Der Begriff „Autorouting“ bezeichnet die automatische Berechnung des kürzesten bzw. optimalen Wegs zwischen zwei Punkten. Je nach Anwendung bedeutet „optimal“ nicht nur die geringste Entfernung, sondern z. B. auch die schnellste Verbindung, die kostengünstigste Variante oder die technisch zulässige Führung unter Einhaltung definierter Regeln und Restriktionen. Autorouting wird sowohl in der Routenplanung (z. B. Logistik, Service, Navigation) als auch in technischen Design- und Planungsanwendungen eingesetzt (z. B. Leiterplattenlayout/PCB-Design, Kabel- und Rohrleitungsrouting, Glasfaser- und Netzplanung).
Automatische Weg- und Routenberechnung: Ermittlung einer Verbindung zwischen Start und Ziel (kürzester/schnellster/geeignetster Weg) auf Basis vorhandener Geodaten, Layoutdaten oder Planungsmodelle.
Optimierung nach Zielkriterien: Auswahl der „besten“ Route nach Distanz, Zeit, Kosten, Energieverbrauch/CO₂, Materialeinsatz oder Servicepriorität – je nach Einsatzgebiet.
Restriktions- und Regelprüfung: Berücksichtigung von Einschränkungen wie Sperrungen, LKW-Restriktionen, Maut/Umweltzonen, Sicherheitsabständen, Mindestbiegeradien, Schutzbereichen oder technischen Designregeln.
Mehrpunkt- und Netz-Routing: Planung von Verbindungen über mehrere Ziele oder in Netztopologien (z. B. Touren mit Stopps, Verteilnetze, Ring-/Sternstrukturen, Trassen mit Abzweigungen).
Dynamisches Autorouting (Re-Routing): Automatische Umplanung bei Änderungen, z. B. Stau, Ressourcenwechsel, geänderte Prioritäten, neue Aufträge oder geänderte technische Randbedingungen im Design.
Kapazitäts- und Ressourcenbezug: Einbezug von Verfügbarkeiten und Kapazitäten (z. B. Fahrzeuge, Teams, Maschinen) oder von Infrastrukturkapazitäten (z. B. freie Rohre, Muffen, Ports, Trassenreserven).
Geokodierung, Topologie- und Datenvalidierung: Prüfung und Bereinigung von Eingabedaten (Adressen, Koordinaten, Netzsegmente, Knoten/Verbindungen), um Routingfehler zu vermeiden.
Autorouting im PCB-Design (Leiterplatten): Automatische Leiterbahnführung unter Einhaltung von Design Rules (Abstände, Leiterbahnbreiten, Lagenwechsel/Vias), ggf. inklusive differenzieller Paare, Impedanzvorgaben und Minimierung von Kreuzungen.
Autorouting im Glasfasernetzausbau (FTTx): Automatische Trassen- und Streckenplanung über GIS-Daten, Berücksichtigung von Bau- und Genehmigungsrandbedingungen, Rohr-/Kabelkapazitäten, Spleißpunkten, Hausanschlüssen und Kostenmodellen.
Integration & Ausgabeformate: Übergabe an Navigation/Apps, CAD/EDA-Tools, GIS-Systeme oder Bau-/Ausführungsunterlagen (z. B. Stücklisten, Kabellängen, Trassenpläne, Reports).
Eine Dispositionssoftware berechnet automatisch die kürzeste Route zwischen zwei Kundenstandorten und berücksichtigt dabei aktuelle Straßensperrungen.
Ein Logistikunternehmen lässt tägliche Touren mit mehreren Stopps optimieren, um Fahrzeiten zu senken und Zeitfenster zuverlässig einzuhalten.
Ein Field-Service-System routet Techniker automatisch zu Einsätzen – passend zu Qualifikation, Schichtzeiten und Prioritäten.
In einer PCB-Design-Software werden Leiterbahnen automatisch zwischen Bauteil-Pins geroutet, wobei Mindestabstände, Lagenwechsel und Breitenregeln eingehalten werden.
Bei der Planung eines Glasfasernetzes schlägt eine GIS-basierte Lösung automatisch Trassen entlang geeigneter Wege vor, berücksichtigt vorhandene Leerrohre und kalkuliert bauliche Alternativen nach Kosten.
In der Anlagen- oder Gebäudetechnik (CAD) werden Kabelwege oder Rohrleitungen automatisch so geführt, dass Kollisionen vermieden und technische Mindestbiegeradien eingehalten werden.