Der Begriff „Inhouse Banking“ bezeichnet die zentrale Abwicklung und Steuerung bankähnlicher Finanzprozesse innerhalb eines Unternehmens oder Konzerns. Dabei übernimmt eine zentrale Treasury- oder Finanzabteilung Aufgaben, die sonst teilweise über externe Banken abgewickelt würden, zum Beispiel konzerninterne Zahlungen, Cash Pooling, Liquiditätssteuerung, Darlehensverwaltung oder Währungsmanagement.
Konzerninterne Kontoführung: Verwaltung virtueller oder interner Konten für Tochtergesellschaften, Geschäftsbereiche oder Niederlassungen.
Intercompany-Zahlungsverkehr: Abwicklung, Bündelung und Verrechnung von Zahlungen zwischen verbundenen Unternehmen innerhalb eines Konzerns.
Cash Pooling: Zentrale Zusammenführung und Steuerung von Liquidität aus verschiedenen Gesellschaften, Konten oder Ländern.
Payment Factory: Zentralisierte Verarbeitung und Freigabe von Zahlungsaufträgen für mehrere Unternehmenseinheiten.
Netting und Verrechnung: Saldierung konzerninterner Forderungen und Verbindlichkeiten zur Reduzierung von Zahlungsvolumen und Bankgebühren.
Interne Darlehensverwaltung: Verwaltung von konzerninternen Krediten, Zinssätzen, Laufzeiten, Rückzahlungen und Zinsabrechnungen.
Liquiditätsplanung: Prognose, Analyse und Steuerung der verfügbaren Mittel auf Ebene einzelner Gesellschaften und des Gesamtkonzerns.
Zins- und Gebührenabrechnung: Automatische Berechnung interner Zinsen, Bankgebühren oder Verrechnungspreise für interne Finanzdienstleistungen.
Währungs- und Risikomanagement: Unterstützung bei der Steuerung von Fremdwährungspositionen, Wechselkursrisiken und konzernweiten Finanzrisiken.
Bankenanbindung und Zahlungsformate: Integration mit Banken, ERP-Systemen und Zahlungsformaten wie SEPA, ISO 20022 oder lokalen Formaten.
Compliance und Freigabeprozesse: Abbildung von Genehmigungsworkflows, Berechtigungen, Kontrollmechanismen und revisionssicheren Protokollen.
Reporting und Treasury-Dashboards: Erstellung von Berichten zu Liquidität, Zahlungsströmen, internen Konten, Risiken und Finanzpositionen.
Ein internationaler Konzern nutzt eine zentrale Treasury-Abteilung, um Zahlungen mehrerer Tochtergesellschaften gebündelt an Banken zu übermitteln.
Eine Unternehmensgruppe führt interne Konten für ihre Landesgesellschaften, damit konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten effizient verrechnet werden können.
Ein Handelsunternehmen setzt Cash Pooling ein, um überschüssige Liquidität einzelner Gesellschaften zentral verfügbar zu machen.
Ein Industrieunternehmen verwaltet konzerninterne Darlehen zwischen Muttergesellschaft und Tochterunternehmen über eine Inhouse-Banking-Software.
Ein global tätiges Unternehmen reduziert externe Banktransaktionen durch Netting und senkt dadurch Transaktionskosten und administrativen Aufwand.