Der Begriff „Ransomware-Erkennung“ bezeichnet Funktionen und Verfahren in IT-Sicherheitssoftware, die darauf ausgerichtet sind, Ransomware-Angriffe frühzeitig zu identifizieren. Dabei werden verdächtige Aktivitäten auf Endgeräten, Servern, in Netzwerken oder in Cloud-Umgebungen erkannt – typischerweise anhand von Verhaltensmustern (z. B. massenhaftes Verschlüsseln von Dateien), bekannten Signaturen oder Anomalien. Ziel ist es, einen Angriff möglichst früh zu stoppen, Schäden zu begrenzen und die Wiederherstellung zu unterstützen.
Verhaltensbasierte Erkennung (Behavior-Based Detection): Identifikation typischer Ransomware-Muster wie massenhafte Dateiänderungen, schnelle Verschlüsselungsprozesse oder ungewöhnliche Prozessketten.
Anomalie- und Mustererkennung: Erkennen von Abweichungen vom normalen System- und Nutzerverhalten (z. B. plötzliche Zugriffe auf große Datenmengen oder ungewöhnliche Schreib-/Lese-Operationen).
Datei- und I/O-Monitoring: Überwachung von Dateioperationen (Erstellen, Ändern, Umbenennen, Löschen) und Auffälligkeiten wie „Rename“-Wellen oder stark steigende Schreiblast.
Erkennung verdächtiger Prozesse und Skripte: Analyse von Prozessen, Befehlen und Skriptaktivitäten (z. B. PowerShell- oder Makro-Ausführung) mit Bezug zu Verschlüsselung, Deaktivierung von Schutzfunktionen oder Rechteausweitung.
Exploit- und Angriffsvektor-Erkennung: Erkennen typischer Einstiegspunkte, etwa über Schwachstellen, manipulierte Anhänge, Drive-by-Downloads oder kompromittierte Remote-Zugänge.
Netzwerkbasierte Erkennung: Identifikation auffälliger Verbindungen (z. B. Command-and-Control-Kommunikation, laterale Bewegung, ungewöhnliche SMB-/RDP-Aktivität).
Indikatoren-Korrelation (IOC/IOA): Abgleich mit bekannten Indikatoren kompromittierter Systeme (IOC) und Indikatoren für Angriffe (IOA) sowie Korrelation mehrerer Warnsignale zu einem Vorfall.
Frühwarnmechanismen durch „Canary“-Dateien oder Honeypots: Platzierung von Köderdateien/-ressourcen, deren Manipulation als starker Hinweis auf Ransomware gilt.
Automatisierte Alarmierung & Incident-Erstellung: Erzeugen von Warnmeldungen, Ticketing/Case-Erstellung und Weiterleitung an SIEM/SOC zur schnellen Reaktion.
Forensische Telemetrie & Ursachenanalyse: Protokollierung relevanter Ereignisse (Prozesse, Hashes, Registry, Netzwerk) zur Nachvollziehbarkeit und Beweissicherung.
Eine Endpoint-Security-Lösung erkennt, dass ein Prozess innerhalb weniger Sekunden hunderte Office- und PDF-Dateien umbenennt und verändert, und löst einen Ransomware-Alarm aus.
Ein System meldet eine ungewöhnliche Kombination aus Makro-Ausführung, dem Start eines unbekannten Verschlüsselungstools und dem Versuch, Schattenkopien zu löschen.
Eine Netzwerküberwachung stellt eine auffällige laterale Bewegung über SMB fest, gefolgt von massenhaften Dateioperationen auf mehreren Server-Freigaben.
„Canary“-Dateien in sensiblen Verzeichnissen werden geändert; die Software wertet dies als Indiz für beginnende Verschlüsselung und eskaliert den Vorfall.
Eine SIEM-Korrelation verbindet mehrere schwache Signale (neuer Admin-Account, ungewöhnliche RDP-Anmeldungen, erhöhte Schreiblast) zu einem Ransomware-Verdachtsfall.