Der Begriff „Saatgutstammdaten“ bezeichnet die zentral gepflegten, vergleichsweise stabilen Grunddaten zu Saatgutartikeln, Sorten, Mischungen und Partien. Im Softwarekontext bilden sie die verlässliche Referenz für bereichsübergreifende Prozesse wie Sortenverwaltung, Qualitätssicherung, Kennzeichnung, Lagerverwaltung, Rückverfolgbarkeit und Vertrieb. Im Unterschied zu Bewegungsdaten beschreiben Saatgutstammdaten nicht einzelne Vorgänge, sondern die dauerhaft relevanten Merkmale eines Saatgutobjekts, etwa Art, Sortenbezeichnung, Kategorie, Qualitätskennzahlen, Behandlung sowie Zulassungs- oder Zertifizierungsangaben. Welche Felder im Detail benötigt werden, hängt von Kulturart, Vermarktungsform, Zertifizierung und regulatorischem Umfeld ab.
Zentrale Stammsatzverwaltung: Anlage, Pflege und Freigabe von Datensätzen für Saatgutarten, Sorten, Saatgutmischungen und Partien in einer einheitlichen Datenbasis.
Attribut- und Merkmalsverwaltung: Erfassung fachlicher Merkmale wie botanische Bezeichnung, Sortenname, Kategorie, Hybridstatus, Qualitätswerte oder Behandlungsmerkmale.
Qualitätsdatenpflege: Verwaltung von qualitätsrelevanten Stammdaten wie Keimfähigkeit, Reinheit, Tausendkornmasse, Feuchtigkeit oder weiteren prüfungsrelevanten Parametern.
Kennzeichnungs- und Etikettendatenverwaltung: Pflege von Pflicht- und Zusatzangaben für Packungen, Etiketten und Zertifizierungskennzeichnungen.
Validierungs- und Plausibilitätsprüfungen: Prüfung von Pflichtfeldern, Wertebereichen, Bezeichnungen, Kategorien und regulatorischen Vorgaben vor Freigabe oder Nutzung in Folgeprozessen.
Versions- und Historienführung: Nachvollziehbare Dokumentation von Änderungen an Stammdaten, etwa bei Qualitätswerten, Zulassungsstatus, Etikettentexten oder Behandlungen.
Rückverfolgbarkeit und Verknüpfung: Verbindung von Saatgutstammdaten mit Prüfungen, Zertifikaten, Etiketten, Lagerbeständen und nachgelagerten Geschäftsprozessen.
Schnittstellen und Datenaustausch: Bereitstellung konsistenter Saatgutstammdaten für ERP-, Qualitätsmanagement-, Labor-, Lager- oder Vertriebssysteme.
Suche, Klassifikation und Reporting: Filterung und Auswertung nach Art, Sorte, Kategorie, Qualitätsmerkmalen, Zertifizierungsstatus oder Behandlung.
Pflanzenart: z. B. Winterweizen, Mais oder Gerste.
Botanischer Name: z. B. Triticum aestivum L. oder Zea mays L.
Sortenbezeichnung: Name der zugelassenen oder geführten Sorte.
Saatgutkategorie: z. B. Vorstufensaatgut, Basissaatgut oder zertifiziertes Saatgut.
Partie-, Referenz- oder Anerkennungsnummer: eindeutige Identifikation einer Saatgutpartie.
Datum der Probenahme: Referenzdatum für Prüfung und Kennzeichnung.
Keimfähigkeit: dokumentierter Qualitätswert zur Beurteilung der Aussaatfähigkeit.
Reinheit: Qualitätsmerkmal zur Bewertung der Beschaffenheit einer Saatgutpartie.
Tausendkornmasse oder Packungsangaben: z. B. TKG, Packungsgewicht oder Kornzahl je Einheit.
Behandlungs- bzw. Beizstatus: Angaben zu aufgebrachtem Behandlungsmittel oder zur Beizkennzeichnung.
Erzeugerland oder Herkunft: Herkunftsangaben der Saatgutpartie.
Mischungsnummer und Zusammensetzung: bei Saatgutmischungen Angaben zu Mischungsidentität und Bestandteilen.