Die „Unterjährige Verbrauchsinformation (UVI)“ bezeichnet die regelmäßige Bereitstellung von Informationen über den individuellen Energieverbrauch innerhalb eines laufenden Abrechnungsjahres. Im Mittelpunkt stehen insbesondere der Heizenergie- und Warmwasserverbrauch von Mietern und anderen Gebäudenutzern. Ziel ist es, den Verbrauch transparent und nachvollziehbar darzustellen, Einsparpotenziale aufzuzeigen und einen bewussteren Umgang mit Energie zu fördern.
In Deutschland regelt § 6a der Heizkostenverordnung (HeizkostenV) die Bereitstellung unterjähriger Verbrauchsinformationen. Bei vorhandener fernablesbarer Verbrauchserfassung müssen Gebäudeeigentümer den Nutzern grundsätzlich monatlich Informationen über ihren Heiz- und Warmwasserverbrauch zur Verfügung stellen. Dazu gehören der Verbrauch des letzten Monats in Kilowattstunden, Vergleiche mit dem Vormonat und dem entsprechenden Vorjahresmonat, soweit diese Daten vorliegen, sowie ein Vergleich mit einem normierten oder durch Vergleichstests ermittelten Durchschnittsnutzer derselben Nutzerkategorie. Spezialisierte Softwarelösungen automatisieren die Erfassung, Aufbereitung und Übermittlung dieser Informationen.
Automatische Verbrauchsdatenerfassung: Regelmäßige Übernahme von Messwerten aus fernablesbaren Wärmezählern, Warmwasserzählern und Heizkostenverteilern über geeignete Schnittstellen.
Monatliche Verbrauchsinformationen: Automatisierte Erstellung individueller Verbrauchsübersichten für Mieter und Gebäudenutzer auf Basis der erfassten Messwerte.
Verbrauchsvergleiche: Gegenüberstellung des aktuellen Energieverbrauchs mit dem Vormonat, dem entsprechenden Vorjahresmonat und geeigneten Durchschnitts- oder Referenzwerten.
Verbrauchsvisualisierung: Darstellung der Heizenergie- und Warmwasserverbräuche mithilfe von Diagrammen, Tabellen und übersichtlichen Verbrauchsverläufen.
Automatisierte Datenaufbereitung: Plausibilitätsprüfung, Validierung und gegebenenfalls Umrechnung von Messwerten in geeignete Verbrauchseinheiten wie Kilowattstunden (kWh).
Digitale Bereitstellung: Veröffentlichung der monatlichen Verbrauchsinformationen über Mieterportale, mobile Apps, E-Mail oder andere geeignete Kommunikationskanäle.
Empfänger- und Objektzuordnung: Automatische Zuordnung von Verbrauchsdaten zu Gebäuden, Wohnungen, Nutzungseinheiten und berechtigten Empfängern.
Fristen- und Versandmanagement: Überwachung der monatlichen Bereitstellungsintervalle sowie automatische Erstellung und Übermittlung der Verbrauchsinformationen.
Gesetzeskonforme Informationsbereitstellung: Unterstützung bei der Einhaltung der Anforderungen der Heizkostenverordnung, insbesondere hinsichtlich Informationsumfang, Verbrauchsvergleichen und Bereitstellungshäufigkeit.
Dokumentation und Nachweisführung: Protokollierung der erstellten und bereitgestellten Verbrauchsinformationen zur Unterstützung von Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Compliance.
Datenschutz und Zugriffskontrolle: Schutz personenbezogener Verbrauchsdaten durch rollenbasierte Zugriffsrechte, sichere Datenübertragung und geeignete Datenschutzmaßnahmen.
Energieverbrauchsanalyse: Identifikation auffälliger Verbrauchsentwicklungen und Bereitstellung zusätzlicher Informationen zur Verbesserung der Energieeffizienz.
Eine Hausverwaltung erstellt mithilfe einer Heizkostenabrechnungssoftware automatisch monatliche Verbrauchsinformationen für sämtliche Wohnungen eines Mehrfamilienhauses.
Ein Mieter erhält über ein Mieterportal eine Übersicht seines Heizenergieverbrauchs und kann diesen mit dem Vormonat sowie dem entsprechenden Monat des Vorjahres vergleichen.
Ein Messdienstleister liest fernablesbare Heizkostenverteiler und Wärmezähler aus und verarbeitet die Messwerte automatisch zu individuellen Verbrauchsinformationen.
Eine Wohnungsbaugesellschaft stellt ihren Mietern monatliche Verbrauchsdiagramme zur Verfügung, um den Energieverbrauch transparenter zu machen und Einsparpotenziale aufzuzeigen.
Eine Immobilienverwaltung nutzt eine UVI-Software, um die monatliche Bereitstellung der gesetzlich vorgeschriebenen Verbrauchsinformationen zu automatisieren und zu dokumentieren.
Ein Gebäudenutzer erkennt anhand seiner monatlichen Verbrauchsinformationen einen ungewöhnlich hohen Heizenergieverbrauch und kann sein Heizverhalten entsprechend überprüfen.
Ein Anbieter von Heizkostenabrechnungssoftware integriert die UVI-Funktion in ein digitales Mieterportal, sodass Verbrauchsdaten, historische Vergleiche und aktuelle Monatsinformationen zentral abrufbar sind.