Die Digitalisierung von Layered Process Audits (LPA) gehört heute zu den wichtigsten Projekten im Qualitätsmanagement. Moderne LPA Software ersetzt nicht nur Papierformulare oder Excel-Listen, sondern unterstützt den gesamten Auditprozess – von der Planung über die mobile Durchführung bis hin zu Auswertungen und Maßnahmenmanagement.
Die Unterschiede zwischen den verfügbaren Lösungen sind jedoch erheblich. Während einige Anbieter lediglich digitale Checklisten bereitstellen, bieten leistungsfähige Systeme umfassende Funktionen zur Automatisierung, Standardisierung und standortübergreifenden Steuerung von Auditprozessen.
Die folgenden zehn Kriterien helfen Ihnen dabei, verschiedene Lösungen objektiv zu vergleichen und die passende LPA Software für Ihr Unternehmen auszuwählen.
Die Planung wiederkehrender Audits gehört zu den größten Zeitfressern im Layered Process Audit. Besonders Unternehmen mit mehreren Auditoren, Schichten oder Werken investieren häufig viele Stunden in Terminplanung und Koordination.
Eine moderne LPA Software sollte Audits automatisch anhand definierter Regeln, Layer, Kalender und Frequenzen planen. Automatische Einladungen und Erinnerungen erhöhen zusätzlich die Termintreue.
Darauf sollten Sie achten
Praxisfrage an den Anbieter
Wie lange dauert es, einen Auditplan für einen Monat zu erstellen?
Layered Process Audits finden am Shopfloor statt – nicht am Schreibtisch. Deshalb sollte eine moderne LPA App Smartphones, Tablets und PCs unterstützen und auch offline zuverlässig funktionieren.
Neben den Auditfragen sollten Auditoren sämtliche Informationen direkt auf dem mobilen Gerät zur Verfügung haben – beispielsweise Referenzbilder, Arbeitsanweisungen oder Dokumente.
Darauf sollten Sie achten
Praxisfrage an den Anbieter
Gibt es eine plattformunabhängige, offlinefähige Audit-App für Smartphones und Tablets?
Auditkataloge entwickeln sich kontinuierlich weiter. Unterschiedliche Versionen führen jedoch schnell dazu, dass Ergebnisse zwischen Werken nicht mehr vergleichbar sind.
Eine professionelle Processaudit-Software sollte Auditkataloge zentral verwalten, Änderungen versionieren und nachvollziehbar dokumentieren, welche Version bei einem Audit verwendet wurde.

Darauf sollten Sie achten
Praxisfrage an den Anbieter
Wie werden Änderungen an Auditkatalogen dokumentiert und verteilt?
Die digitale Erfassung von Findings ist heute Standard. Entscheidend ist jedoch, wie effizient Abweichungen anschließend bearbeitet werden.
Eine leistungsfähige LPA Software sollte Verantwortlichkeiten automatisch zuweisen, Ursachenanalysen unterstützen und Maßnahmen bis zum Abschluss nachverfolgen. Listen der offenen Findings und Maßnahmen sollten jederzeit per Knopfdruck verfügbar sein.
Darauf sollten Sie achten
Praxisfrage an den Anbieter
Ist die Bearbeitung von Findings bereits Bestandteil der LPA Software oder muss dafür ein zusätzliches Modul lizenziert werden?
Digitale Audits erzeugen wertvolle Daten, ein Online-Dashboard ersetzt aufwendige Excel-Auswertungen und schafft Transparenz.
Eine moderne LPA Software sollte die wichtigsten Audit-Kennzahlen in Echtzeit bereitstellen und Trends frühzeitig sichtbar machen. Standard-KPI wie Audit Performance, Top-5 Paretos und Statusanzeigen gehören heute zum Grundumfang einer professionellen Lösung.
Gleichzeitig unterscheiden sich die Informationsbedürfnisse innerhalb eines Unternehmens erheblich. Ein Linienmeister benötigt andere Kennzahlen als ein Werksleiter oder ein zentraler Qualitätsmanager. Deshalb sollten Dashboards individuell konfigurierbar sein und unterschiedliche KPI, Filter und Auswertungen für verschiedene Benutzergruppen ermöglichen.
Darauf sollten Sie achten
Praxisfrage an den Anbieter
Sind Audit-Dashboards und KPI individuell konfigurierbar oder auf vordefinierte Standardauswertungen beschränkt?
Der Nutzen einer neuen Software entsteht erst, wenn sie produktiv genutzt wird. Eine lange Einführungsphase verzögert den ROI und bindet wertvolle Ressourcen.
Eine moderne Lösung sollte sich schnell einführen lassen, bestehende Auditkataloge – beispielsweise aus Excel – übernehmen und Anwender ohne umfangreiche Schulungen produktiv machen.
Darauf sollten Sie achten
Praxisfrage an den Anbieter
Wie lange dauert ein typisches Einführungsprojekt?
Die Auswahl einer LPA Software muss häufig gegenüber Management oder Controlling begründet werden. Ein überzeugender Business Case berücksichtigt daher nicht nur Lizenzkosten, sondern den gesamten wirtschaftlichen Nutzen.
Neben direkten Zeiteinsparungen spielen auch strategische Vorteile wie Standardisierung, Wissenserhalt und höhere Transparenz eine wichtige Rolle.
Darauf sollten Sie achten
Praxisfrage an den Anbieter
Welche Einsparpotenziale und ROI-Berechnungen kann der Anbieter anhand realer Projekte nachweisen?

Auch die IT bewertet eine neue Software. Lösungen auf Standardtechnologien lassen sich meist schneller einführen und einfacher betreiben.
Idealerweise unterstützt die Software sowohl Cloud- als auch On-Premises-Betrieb und integriert sich nahtlos in bestehende Microsoft- und Unternehmenslandschaften.
Darauf sollten Sie achten
Praxisfrage an den Anbieter
Welche Voraussetzungen muss Ihre IT tatsächlich erfüllen?
Der Funktionsumfang allein entscheidet nicht über den Projekterfolg. Ebenso wichtig sind Branchenerfahrung, Produktreife und nachweisbare Referenzen.
Sprechen Sie über reale Einführungsprojekte, erfolgreiche Rollouts und langfristige Kundenbeziehungen. Eine weltweit produktiv eingesetzte Lösung bietet meist deutlich mehr Sicherheit als eine Software mit wenigen Pilotinstallationen.
Darauf sollten Sie achten
Praxisfrage an den Anbieter
Können Sie mit einem Referenzkunden sprechen?
Eine LPA Software sollte nicht nur aktuelle Anforderungen erfüllen, sondern auch zukünftiges Wachstum unterstützen. Dazu gehören zusätzliche Werke, Produktionsbereiche, Benutzer und weitere Auditarten.
Da Layered Process Audits zu den komplexesten Auditformen gehören, lassen sich einfachere Auditarten wie 5S-, Sicherheits- oder Prozessaudits häufig innerhalb derselben Plattform abbilden. Ebenso wichtig ist die kontinuierliche Weiterentwicklung der Standardsoftware, damit Kunden von Innovationen wie KI-gestützten Funktionen und neuen Best Practices profitieren.
Darauf sollten Sie achten
Praxisfrage an den Anbieter
Wie hat sich die Software in den letzten drei Jahren weiterentwickelt und welche Neuerungen sind für die Zukunft geplant?
Die Auswahl einer LPA Software sollte sich nicht auf einzelne Funktionen beschränken. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Funktionalität, Wirtschaftlichkeit, einfacher Einführung, Zukunftssicherheit und Erfahrung des Herstellers.
Wer diese zehn Auswahlkriterien berücksichtigt und die richtigen Fragen stellt, schafft die Grundlage für erfolgreiche, standardisierte und nachhaltig wirksame Layered Process Audits.
Eine moderne LPA Software unterstützt Unternehmen nicht nur bei der Digitalisierung von Processaudits, sondern schafft die Grundlage für standardisierte Prozesse, höhere Transparenz und kontinuierliche Verbesserungen im Shopfloor Management
Tags: LPA Software, Prozessaudit-Software, Audit Management, Manufacturing, Quality Management, Shopfloor Audit, Automotive
Mariana Kaesemann ist Diplom-Physikerin und seit 2004 Chief Operating Officer (COO) der SCIIL AG mit Schwerpunkt Produktmanagement. Bereits seit 1999 entwickelt und begleitet sie Softwarelösungen für Qualitätsmanagement, CAQ, MES und digitale Produktionsprozesse. Ihr Fokus liegt auf der Digitalisierung von Layered Process Audits, Qualitätsprozessen und KI-gestützten Anwendungen in der Fertigungsindustrie. Gemeinsam mit internationalen Kunden begleitet sie die Einführung und Weiterentwicklung von Softwarelösungen für Produktionsunternehmen weltweit.