Der Begriff „OTDR-Mapping“ bezeichnet die softwaregestützte Zuordnung von OTDR-Messdaten (Optical Time Domain Reflectometer) zu einer realen Glasfaserstrecke bzw. Netz-Topologie. Ziel ist es, OTDR-Traces (Messkurven) samt erkannten Ereignissen (z. B. Stecker, Spleiße, Dämpfungsstellen, Faserenden) räumlich und strukturell verständlich abzubilden – häufig als schematische Strecke, als Topologieplan oder als Karte (z. B. in Verbindung mit GIS-Daten). OTDR-Mapping unterstützt damit Dokumentation, Inbetriebnahme, Qualitätsnachweise sowie die schnellere Fehlerlokalisierung und Entstörung in Glasfasernetzen.
Import und Verwaltung von OTDR-Traces: Einlesen, Versionieren und Organisieren von Messkurven (z. B. nach Standort, Faser, Port, Datum, Techniker).
Automatische Ereigniserkennung (Event-Table): Identifikation und Klassifizierung von Ereignissen wie Steckern, Spleißen, Makrobiegungen, Reflexionen und Faserende inklusive Distanz- und Dämpfungswerten.
Strecken- und Topologiezuordnung: Verknüpfung von OTDR-Messungen mit Links, Fasern, Kabelabschnitten, Muffen, Verteilern, ODFs und Ports in einer Netzstruktur.
Georeferenzierung / GIS-Integration: Zuordnung von Ereignissen zu Koordinaten bzw. Trassenverläufen (z. B. über GIS, Kartenlayer oder Trassenkilometrierung).
Visuelle Darstellung als Map/Plan: Kartendarstellung oder schematische Visualisierung der Strecke mit Symbolen für Ereignisse, Segmenten, Entfernungen und Qualitätskennzahlen.
Baseline- und Vergleichsmessungen: Vergleich aktueller OTDR-Traces mit Referenzmessungen (Baseline) zur Erkennung von Veränderungen (z. B. zusätzliche Dämpfung, neue Reflexionen).
Schwellwerte, Alarme und Qualitätsregeln: Regeln für Pass/Fail, Grenzwerte pro Ereignistyp oder Segment sowie Alarmierung bei Abweichungen.
Link-Dokumentation und Nachweisführung: Automatische Erstellung von Prüfprotokollen, Abnahmeberichten und revisionssicherer Dokumentation (inkl. Event-Listen, Dämpfungsbudgets).
Ticketing- und Workflow-Anbindung: Übergabe von lokalisierten Fehlerpositionen an Entstörungsprozesse (z. B. Work Orders, Field Service, NMS/OSS).
Mehrbenutzer- und Rollenfunktionen: Rechte, Freigaben, Historie/Audit-Trail für Messdaten und Netzobjekte.
Ein Netzbetreiber verknüpft OTDR-Abnahmemessungen einer neuen Backbone-Strecke mit Muffen- und Spleißpunkten im Topologieplan, um die Dokumentation zu vervollständigen.
Ein Betriebsteam sieht auf einer Karte, an welchem Trassenabschnitt eine zusätzliche Dämpfung auftritt, und kann den Entstör-Einsatz gezielt zu einem bestimmten Schacht oder Verteiler steuern.
Bei FTTH-Anschlüssen werden OTDR-Messungen einzelnen Kundenfasern und Ports im Verteilnetz zugeordnet, um Installation und Qualität pro Anschluss nachzuweisen.
Nach einer Reparatur werden neue OTDR-Traces automatisch mit der Baseline verglichen; Abweichungen werden als „Change Events“ im Mapping markiert.
Ein Dienstleister erstellt aus OTDR-Daten und Trasseninformationen einen revisionssicheren Abnahmebericht inklusive Ereignistabelle, Streckenlänge und Dämpfungsbudget pro Segment.