Der Begriff „Siloverwaltung“ bezeichnet ein Softwaremodul bzw. eine Softwarefunktion zur digitalen Erfassung, Überwachung und Steuerung von Silos und deren Inhalten. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Füllstände, Bestände, Ein- und Auslagerungen, Partien bzw. Chargen, Qualitätsmerkmale sowie die Rückverfolgbarkeit von Schüttgütern oder flüssigen Medien. Siloverwaltung wird insbesondere in Branchen mit lagerintensiven Rohstoffen eingesetzt, etwa im Agrarhandel, in der Futtermittel- und Lebensmittelproduktion, in der Kunststoffverarbeitung oder in anderen verfahrenstechnischen Industrien.
Anlage und Pflege von Silostammdaten: Verwaltung von Silos mit Angaben zu Standort, Kapazität, Materialart, technischen Eigenschaften und zulässigen Belegungen.
Füllstands- und Bestandsüberwachung: Laufende Erfassung und Anzeige von Füllständen, Mengen, Volumen oder Gewichten pro Silo – manuell oder automatisiert über Sensoren.
Erfassung von Befüllungen und Entnahmen: Dokumentation von Einlagerungen, Entnahmen, Umbuchungen und Korrekturen, damit Materialbewegungen transparent nachvollziehbar bleiben.
Chargen- und Partieverwaltung: Zuordnung von Rohstoffen und Beständen zu bestimmten Chargen oder Partien, um Vermischungen zu vermeiden und getrennte Lagerungen sicherzustellen.
Rückverfolgbarkeit: Nachverfolgung, aus welcher Lieferung oder welchem Lieferanten ein Siloinhalt stammt und in welche Produktion, Verladung oder Auslieferung er eingeflossen ist.
Qualitäts- und Analysewertverwaltung: Speicherung von Qualitätsdaten wie Feuchte, Analysewerten, Prüfmerkmalen oder Zertifikaten bezogen auf den jeweiligen Siloinhalt.
Warnmeldungen und Grenzwertüberwachung: Automatische Hinweise bei Mindest- oder Höchstständen, drohender Leerfahrt, Überfüllung oder anderen kritischen Abweichungen.
Inventur und Bestandsabgleich: Unterstützung bei Inventuren sowie Abgleich zwischen physisch gemessenen Beständen und den im ERP bzw. Warenwirtschaftssystem gebuchten Mengen.
Schnittstellen zu Waagen, Sensorik und ERP: Integration von Füllstandssensoren, Waagen, Labor- oder Produktionssystemen, damit Bestandsdaten in Echtzeit übernommen und weiterverarbeitet werden können.
Auswertungen und Reporting: Erstellung von Bestandsübersichten, Verbrauchslisten, Bewegungsprotokollen, Inventurberichten und Prognosen für die Nachschubplanung.
Ein Futtermittelhersteller dokumentiert, welche Rohstoffcharge in welches Silo eingelagert wurde und welche Chargen später in die Produktion eingeflossen sind.
Ein Agrarhändler überwacht die Füllstände seiner Getreidesilos digital und erhält automatische Meldungen, wenn Bestände knapp werden.
Ein Kunststoffverarbeiter erfasst Befüllungen, Entnahmen und Bestandskorrekturen seiner Rohstoffsilos, um Materialverbräuche exakt nachzuhalten.
Ein Lebensmittel- oder Mühlenbetrieb verknüpft Silobestände mit Labor- und Qualitätsdaten, um Prüfungen, Audits und Rückverfolgbarkeit sicherzustellen.
Ein Produktionsunternehmen gleicht die per Sensor oder Messung ermittelten Silo-Inhalte regelmäßig mit den im ERP gebuchten Beständen ab, um Abweichungen frühzeitig zu erkennen.