Der Begriff „Poka-Yoke-Checklisten“ bezeichnet strukturierte Prüflisten zur systematischen Vermeidung, Erkennung und Kontrolle von Fehlern in Arbeits-, Montage- und Produktionsprozessen. Sie basieren auf dem Poka-Yoke-Prinzip („Fehlervermeidung“) und unterstützen Mitarbeitende dabei, definierte Prozessschritte, Prüfmerkmale und Sicherungsmaßnahmen vollständig und in der richtigen Reihenfolge durchzuführen. In Softwarelösungen können Poka-Yoke-Checklisten digital bereitgestellt, dokumentiert, ausgewertet und mit Arbeitsgängen, Produkten, Maschinen oder Qualitätsprüfungen verknüpft werden.
Digitale Checklisten: Erstellung und Bereitstellung strukturierter Prüflisten für Produktions-, Montage- oder Qualitätsprozesse.
Zuordnung zu Arbeitsgängen: Verknüpfung von Checklisten mit bestimmten Fertigungsschritten, Maschinen, Produkten, Varianten oder Arbeitsplätzen.
Pflichtprüfungen: Vorgabe bestimmter Prüfpunkte, die vor dem Fortsetzen oder Abschließen eines Prozessschritts bestätigt werden müssen.
Geführte Prüfreihenfolge: Steuerung der Reihenfolge einzelner Prüf- und Arbeitsschritte, um Auslassungen oder falsche Abläufe zu vermeiden.
Erfassung von Prüfergebnissen: Dokumentation von OK-/NOK-Ergebnissen, Messwerten, Kommentaren oder anderen Prüfmerkmalen.
Fehler- und Abweichungserfassung: Dokumentation festgestellter Abweichungen sowie Zuordnung von Fehlerarten, Ursachen oder Maßnahmen.
Sperr- und Freigabemechanismen: Automatische Sperrung eines Prozessschritts oder Produkts, wenn erforderliche Prüfungen nicht bestanden wurden.
Bild- und Dokumentunterstützung: Einbindung von Fotos, Zeichnungen, Arbeitsanweisungen oder Referenzbildern zur eindeutigen Durchführung der Prüfung.
Versionsverwaltung: Verwaltung unterschiedlicher Versionen von Checklisten und nachvollziehbare Dokumentation von Änderungen.
Rückverfolgbarkeit: Speicherung von Prüfergebnissen zusammen mit Informationen wie Auftrag, Produkt, Seriennummer, Charge, Arbeitsplatz, Zeitpunkt oder prüfender Person.
Auswertungen und Reporting: Analyse von Fehlerhäufigkeiten, nicht bestandenen Prüfungen, wiederkehrenden Abweichungen und Prozessqualität.
Bei der Montage eines Bauteils muss ein Mitarbeiter digital bestätigen, dass alle vorgesehenen Schrauben eingesetzt und mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen wurden.
Vor der Freigabe eines Fertigungsauftrags überprüft eine Checkliste, ob das richtige Material, Werkzeug und Produktionsprogramm verwendet wird.
In einer Verpackungslinie wird kontrolliert, ob Produkt, Verpackung, Etikett und Chargenkennzeichnung korrekt zusammenpassen.
Bei einem Maschinenwechsel führt eine digitale Checkliste den Bediener durch alle notwendigen Rüst- und Sicherheitsprüfungen.
In der Qualitätskontrolle kann ein Arbeitsschritt erst abgeschlossen werden, wenn alle vorgeschriebenen Prüfmerkmale bewertet und dokumentiert wurden.
Bei einer festgestellten Abweichung verlangt das System eine Fehlerklassifizierung und gegebenenfalls die Dokumentation einer Korrekturmaßnahme.