Der Begriff „Poka Yoke Verification“ bezeichnet die softwaregestützte Überprüfung von Maßnahmen zur Fehlervermeidung in Produktions-, Montage- oder Qualitätsprozessen. Poka Yoke – häufig als „Mistake Proofing“ oder „Error Proofing“ bezeichnet – verfolgt das Ziel, unbeabsichtigte Bedien-, Montage- oder Prozessfehler möglichst zu verhindern oder unmittelbar zu erkennen. Bei der Poka-Yoke-Verifikation prüft die Software beispielsweise, ob vorgeschriebene Arbeitsschritte ausgeführt, richtige Komponenten verwendet, Prozessparameter eingehalten oder technische Fehlervermeidungseinrichtungen korrekt ausgelöst wurden.
Die Funktion ist insbesondere in MES-, Qualitätsmanagement-, Produktions- und Shopfloor-Systemen relevant. Sie kann mit Maschinensteuerungen, Sensoren, Scannern oder anderen Produktionssystemen verbunden werden, sodass ein fehlerhafter Prozess automatisch gestoppt, ein Produkt gesperrt oder eine Warnung ausgelöst werden kann.
Prüfung vorgeschriebener Arbeitsschritte: Kontrolle, ob alle für einen Produktions- oder Montagevorgang definierten Schritte vollständig und in der vorgesehenen Reihenfolge durchgeführt wurden.
Komponentenverifikation: Überprüfung von Materialien, Bauteilen oder Baugruppen beispielsweise anhand von Barcode-, QR-Code- oder RFID-Daten, um Verwechslungen zu vermeiden.
Prozessparameterprüfung: Automatische Kontrolle von Werten wie Temperatur, Druck, Drehmoment, Menge, Zeit oder Geschwindigkeit anhand vorgegebener Grenzwerte.
Maschinen- und Sensorintegration: Übernahme von Signalen und Messwerten aus Maschinen, SPS-Steuerungen, Sensoren oder Prüfgeräten zur automatischen Verifikation des Prozessschritts.
Reihenfolge- und Ablaufkontrolle: Freigabe des nächsten Arbeitsschritts erst dann, wenn die vorhergehenden Tätigkeiten ordnungsgemäß abgeschlossen und bestätigt wurden.
Automatische Prozesssperren: Verhinderung der Weiterbearbeitung oder Auslieferung eines Produkts, wenn eine vorgeschriebene Prüfung nicht bestanden wurde.
Warnungen und Qualitätsmeldungen: Automatische Benachrichtigung von Mitarbeitern oder Qualitätsverantwortlichen, wenn eine Abweichung oder ein Fehler erkannt wird.
Prüfergebnis- und Rückverfolgbarkeitsdokumentation: Speicherung von Prüfergebnissen, Prozesswerten, Zeitpunkten, verwendeten Komponenten und weiteren Nachweisen für eine nachvollziehbare Produktionshistorie.
Go-/No-Go-Prüfungen: Automatische Entscheidung, ob ein Produkt oder Prozessschritt die vorgegebenen Anforderungen erfüllt und für die weitere Bearbeitung freigegeben werden kann.
Bei einer Montagestation scannt ein Mitarbeiter ein Bauteil. Die Software vergleicht die Teilenummer mit dem Fertigungsauftrag und lässt die Montage nur bei Verwendung des richtigen Bauteils zu.
Bei einer Schraubmontage übernimmt das System Drehmoment- und Drehwinkelwerte eines Werkzeugs und gibt den nächsten Arbeitsschritt nur frei, wenn die definierten Grenzwerte eingehalten wurden.
Eine Produktionsanlage kontrolliert automatisch einen kritischen Prozessparameter. Wird ein unzulässiger Wert festgestellt, wird das betroffene Produkt gesperrt und eine Qualitätsmeldung ausgelöst.
In einer geführten Montage stellt die Software sicher, dass Arbeitsschritte in einer festgelegten Reihenfolge durchgeführt werden und kein notwendiger Schritt übersprungen wird.
Bei einer End-of-Line-Prüfung wird die Funktionsfähigkeit eines montierten Produkts automatisch getestet. Fehlerhafte Einheiten werden nicht für den nächsten Prozess oder den Versand freigegeben.