Der Begriff „Automatische Güterlistenprüfung“ bezeichnet die softwaregestützte Prüfung von Waren, Software, Technologie oder technischen Daten gegen relevante Exportkontroll- und Güterlisten. Ziel ist es, frühzeitig zu erkennen, ob ein Produkt beispielsweise als Dual-Use-Gut, Rüstungsgut oder anderweitig kontrolliertes Gut eingestuft werden könnte und ob weitere Compliance-Prüfungen oder Genehmigungsprozesse erforderlich sind.
Abgleich mit Güterlisten: Automatisierter Vergleich von Artikeln, Materialstämmen oder Produktdaten mit nationalen und internationalen Güter- und Kontrolllisten.
Dual-Use-Prüfung: Erkennung von Gütern, Software oder Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch verwendet werden können.
Klassifizierungsunterstützung: Unterstützung bei der Zuordnung zu relevanten Güterlistenpositionen, Ausfuhrlistenpositionen oder Export Control Classification Numbers.
Technische Merkmalsprüfung: Auswertung technischer Produktmerkmale wie Leistung, Genauigkeit, Material, Verschlüsselung, Sensorik oder Verwendungszweck.
Regelbasierte Bewertung: Anwendung hinterlegter Prüfregeln, Schwellenwerte und Kriterien zur automatischen Vorbewertung von Produkten.
Integration von Produktstammdaten: Übernahme von Daten aus ERP-, Warenwirtschafts-, PLM- oder Zollsystemen zur kontinuierlichen Prüfung bestehender und neuer Artikel.
Hinweise auf Genehmigungspflichten: Kennzeichnung potenziell genehmigungspflichtiger Güter und Übergabe an nachgelagerte Exportkontroll- oder Compliance-Prozesse.
Prüf- und Freigabeworkflows: Weiterleitung auffälliger Treffer an Fachabteilungen, Exportkontrollbeauftragte oder Compliance-Verantwortliche.
Aktualisierung von Kontrolllisten: Regelmäßige Pflege und Aktualisierung der hinterlegten Güterlisten, Klassifizierungsdaten und Prüfregeln.
Dokumentation und Audit-Trail: Nachvollziehbare Speicherung von Prüfergebnissen, Entscheidungen, Begründungen und Freigaben für interne und externe Prüfungen.
Ein Maschinenbauunternehmen prüft automatisch, ob bestimmte Hochpräzisionsmaschinen unter eine exportkontrollrechtliche Güterlistenposition fallen könnten.
Ein Softwareanbieter analysiert, ob Verschlüsselungsfunktionen seiner Software eine exportkontrollrechtliche Klassifizierung erfordern.
Ein Industrieunternehmen gleicht neue Materialstammdaten regelmäßig mit relevanten Dual-Use- und Kontrolllisten ab.
Eine Exportabteilung erhält automatisch eine Warnung, wenn ein Produkt aufgrund technischer Eigenschaften einer weiteren Prüfung unterzogen werden muss.
Ein Compliance-Team dokumentiert die Ergebnisse der Güterlistenprüfung revisionssicher im System.