Der Begriff „Lieferkettengesetzüberwachung“ bezeichnet die systematische, fortlaufende und risikobasierte Überwachung von menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette. Im Unternehmenskontext umfasst dies insbesondere die Erkennung, Bewertung, Priorisierung und Nachverfolgung von Risiken, Hinweisen und Verstößen im eigenen Geschäftsbereich, bei unmittelbaren Zulieferern sowie – risikobezogen und anlassbezogen – auch bei mittelbaren Zulieferern. Ziel ist es, Sorgfaltspflichten wie Risikomanagement, Risikoanalyse, Präventions- und Abhilfemaßnahmen sowie Beschwerdeverfahren wirksam und nachvollziehbar umzusetzen.
Aus den gesetzlichen Kernprozessen und den typischen Anforderungen an digitale Tools lassen sich insbesondere folgende Softwarefunktionen ableiten:
Lieferanten- und Standorterfassung: Zentrale Verwaltung von Lieferanten, Produktionsstandorten, Warengruppen und relevanten Lieferkettenbeziehungen.
Risikoanalyse und Priorisierung: Bewertung und Gewichtung von Risiken nach Kriterien wie Land, Branche, Produktgruppe, Beschaffungsvolumen oder Vorfällen.
Lieferanten-Selbstauskünfte und Fragebögen: Digitale Erfassung von Angaben zu Menschenrechten, Umweltstandards, Arbeitsbedingungen und internen Kontrollmaßnahmen.
Dokumenten- und Nachweismanagement: Verwaltung von Richtlinien, Code of Conduct, Zertifikaten, Auditberichten und weiteren Nachweisen.
Maßnahmen- und Eskalationsmanagement: Planung, Zuweisung, Terminüberwachung und Nachverfolgung von Präventions- und Abhilfemaßnahmen.
Beschwerde- und Hinweismanagement: Entgegennahme, Bearbeitung und Dokumentation von Beschwerden, Hinweisen und Meldungen aus dem eigenen Unternehmen oder aus der Lieferkette.
Audit-, Zertifikats- und Prüfmanagement: Unterstützung bei der Planung, Durchführung und Auswertung von Audits sowie bei der Überwachung von Gültigkeiten und Prüffristen.
Dashboards, Audit-Trail und Reporting: Transparente Auswertung von Risikolagen, offenen Maßnahmen, Fristen, Eskalationen und Bearbeitungsständen für Compliance, Einkauf und Management.
Ein Industrieunternehmen bewertet neue Zulieferer automatisiert nach Herkunftsland, Branche und Risikokategorie, bevor sie freigegeben werden.
Ein Einkaufsteam fordert über ein Portal Selbstauskünfte, Verhaltenskodizes und Umweltzertifikate von Lieferanten an und überwacht den Rücklauf.
Eine Compliance-Abteilung erhält über ein Hinweisgebersystem eine Meldung zu möglichen Arbeitsrechtsverstößen bei einem Zulieferer und startet einen Prüf- und Eskalationsworkflow.
Nach einem Audit werden Korrekturmaßnahmen mit Verantwortlichen, Fristen und Statusverfolgung in der Software dokumentiert.
Das Management nutzt ein Dashboard, um kritische Lieferanten, offene Maßnahmen und überfällige Prüfungen in der Lieferkette zu überwachen.
Aktuelle Marktübersicht - ISMS - Software (Information Security Management System), informieren Sie sich über verfügbare Softwarelösungen und Anbieter, vergleichen Sie Funktionen und greifen Sie auf detaillierte Programmbeschreibungen zu.