Der Begriff „algorithmisches Trading“ (auch: Algo-Trading) bezeichnet den automatisierten oder teilautomatisierten Handel mit Finanzinstrumenten (z. B. Aktien, Anleihen, Devisen, Derivaten), bei dem vordefinierte Regeln und mathematische Modelle die Auswahl, den Zeitpunkt und die Ausführung von Orders steuern. Ziel ist es, Handelsentscheidungen systematisch, reproduzierbar und oft in sehr kurzer Zeit umzusetzen – beispielsweise zur Kostenreduktion, zur besseren Orderausführung oder zur Umsetzung spezifischer Risiko- und Portfolioregeln.
Strategie-Definition & Regel-Engine: Abbildung von Handelsregeln (z. B. Signal-Logik, Ein-/Ausstieg, Positionsgrößen) inkl. Parametrisierung und Versionierung.
Marktdatenanbindung (Market Data): Einbindung von Echtzeit- und historischen Kursdaten (Level 1/Level 2, Ticks) inkl. Datenbereinigung und Normalisierung.
Signal-Generierung: Ableitung von Handelssignalen aus Indikatoren, statistischen Modellen oder Ereignissen (z. B. Volatilität, Trend, Nachrichten-Trigger).
Order- & Execution-Management (OMS/EMS): Erstellung, Routing und Ausführung von Orders über Börsen/Handelsplätze inkl. Status-Tracking, Teilfüllungen und Stornierungen.
Execution-Algorithmen: Unterstützung typischer Ausführungslogiken (z. B. VWAP, TWAP, Iceberg, Smart Order Routing) zur Minimierung von Marktimpact und Transaktionskosten.
Risikomanagement & Limits: Pre-Trade-Checks (z. B. Max-Positionsgröße, Exposure, Verlustlimits), Stop-Mechanismen, Kill-Switch und Compliance-Regeln.
Backtesting & Simulation: Historische Simulation von Strategien inkl. Berücksichtigung von Slippage, Gebühren, Latenzannahmen und Liquidität.
Optimierung & Parameter-Tuning: Systematische Parametervariation (z. B. Walk-Forward-Analysen) und Bewertung von Robustheit/Overfitting-Risiken.
Monitoring & Alerting: Echtzeit-Überwachung von Strategie-Performance, Orderausführung, Latenzen und Systemzuständen inkl. Benachrichtigungen.
Reporting & Audit-Trail: Nachvollziehbare Protokollierung von Signalen, Entscheidungen und Order-Events für Revision, Compliance und Performance-Analysen.
Schnittstellen & Integration: Anbindung an Broker/APIs, Handelssysteme, Portfoliomanagement, Datenfeeds sowie Berechtigungs- und Rollenmodelle.
Ein Asset Manager nutzt einen VWAP-Algorithmus, um eine große Aktienorder über den Tag verteilt möglichst marktneutral auszuführen.
Ein Handelssystem setzt eine Trendfolge-Strategie um, die bei einem gleitenden-Durchschnitt-Kreuz automatisch Kauf- oder Verkaufsorders auslöst.
Ein Market-Making-Algorithmus stellt laufend Geld-/Briefkurse und passt Spreads dynamisch an Volatilität und Orderbuchlage an.
Ein Arbitrage-Ansatz erkennt Preisabweichungen zwischen zwei Handelsplätzen und führt nahezu zeitgleich Ausgleichstransaktionen aus.
Ein Risikomodul stoppt automatisch den Handel (Kill-Switch), wenn ein vordefiniertes Tagesverlustlimit überschritten wird.