Bedrohungsszenarien sind kein direktes Kriterium zur Bewertung einer Software, aber sie helfen, Datensicherungs- und Sicherheitskonzepte realistisch einzuschätzen. Sie beschreiben Situationen, in denen Daten verloren gehen oder manipuliert werden können und zeigen, welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind.
Aktuelle Studien machen deutlich, wie relevant dieses Thema ist: Laut Bitkom-Studie „Wirtschaftsschutz 2024“ waren 81 % der Unternehmen in den letzten 12 Monaten von Datendiebstahl, Spionage oder Sabotage betroffen; der Schaden belief sich auf rund 266,6 Mrd. Euro. Im Allianz Risk Barometer 2025 nennen 38 % der befragten Unternehmen weltweit Cybervorfälle - inklusive Datenpannen und Ransomware - als größtes Geschäftsrisiko.
Ein klassisches Szenario ist der Defekt einer Festplatte oder eines Storage-Systems („Headcrash“). Liegen Betriebssystem, Anwendungen und Daten auf demselben Datenträger, führt ein Ausfall schnell zu einem vollständigen Stillstand - inklusive Neuinstallation und möglichem Verlust aktueller Anwendungsdaten.
Sinnvolle Gegenmaßnahmen sind:
Unter höhere Gewalt fallen Ereignisse wie Feuer, Wasserschäden, Blitzschlag, Überschwemmungen oder Gebäudeeinstürze. In diesen Fällen sind häufig nicht nur einzelne Datenträger, sondern ganze Serverräume oder Rechenzentren betroffen.
Empfehlenswerte Maßnahmen:
Viele Sicherheitsvorfälle entstehen durch menschliche Fehler, etwa durch versehentliches Löschen von Dateien, falsche Konfigurationen oder unbedachte Bedienfehler. Hinzu kommt das Risiko bewusster Sabotage, etwa durch unzufriedene Mitarbeitende mit weitreichenden Zugriffsrechten.
Wichtige Schutzmaßnahmen:
Schadsoftware zählt inzwischen zu den größten Bedrohungen für Unternehmen. Dazu zählen klassische Viren, Trojaner, Spyware und insbesondere Ransomware, die Daten verschlüsselt und Lösegeld fordert. Im Allianz Risk Barometer 2025 werden Datenpannen, Angriffe auf kritische Infrastrukturen und Ransomware-Attacken von 38 % der Befragten als eines der größten Risiken genannt.
Typische Herausforderungen:
Empfohlene Maßnahmen:
Mit der Verlagerung von Daten und Anwendungen in die Cloud entstehen zusätzliche Bedrohungsszenarien: Fehlkonfigurationen, Sicherheitslücken in Cloud-Diensten oder Ausfälle beim Provider können zu Datenverlust oder längeren Unterbrechungen führen.
Zu beachten sind insbesondere:
Empfehlung: Unternehmen sollten auch für SaaS- und Cloud-Daten eigene Sicherungskonzepte etablieren (z. B. Backup-Lösungen für Microsoft 365 oder CRM-Systeme) und sich nicht ausschließlich auf interne Redundanzen des Cloud-Anbieters verlassen.
Ein zunehmend relevantes Szenario sind Angriffe über die digitale Lieferkette, etwa über kompromittierte Software-Updates oder Dienstleister mit unsicheren Systemen. Hier können Angreifer Schadcode in eigentlich vertrauenswürdige Komponenten einschleusen und so Datenbestände im gesamten Unternehmen gefährden.
Wichtige Maßnahmen:
Die beschriebenen Bedrohungsszenarien zeigen, dass es keine einzelne Lösung für alle Risiken gibt. Ein wirksames Datensicherungskonzept kombiniert technische, organisatorische und prozessuale Maßnahmen und berücksichtigt sowohl klassische Risiken wie Hardwareausfälle als auch moderne Bedrohungen durch Cyberangriffe und Cloud-Nutzung. Ziel ist nicht nur der Schutz der Daten, sondern vor allem die schnelle Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs nach einem Vorfall.