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11.1.5

Online - basierend

Externe Betriebssyteme

Online basierende Anwendungen bzw. webbasierte Lösungen laufen unabhängig vom lokalen Betriebssystem über den Webbrowser. Deswegen handelt sich bei "online - basierend" im Sprachgebrauch nicht um ein Betriebssystem. Es bedeutet vielmehr, dass die benutzte Software im wesentlichen auf einem oder mehreren Web-Servern läuft.1 Weit verbreitet sind z.B. Online-Banking oder Mail-Clients. Da diese Anwendungen auf mehreren Betriebssystemen laufen und diese im Prinzip für den Anwender keine Bedeutungen haben, bezeichnen wir diese "Betriebssysteme" bzw. diese Software als online-basierend.

ASP / SaaS (webbasierte Lösung)

Software, die webbasiert läuft wurde früher als "ASP" bezeichnet und heute spricht man von "SaaS".2 Weitere Systeme sind z.B.:

eyeOS

eyeOS ist eine webbasierte Software, welche eine Desktop-Benutzeroberfläche im Webbrowser abbildet und deren Funktionalitäten über einen Webserver zur Verfügung stellt.3

Glide OS

Glide OS, in der aktuellen Version 4.0, ist ein webbasiertes Betriebssystem der Firma TransMedia. Glide OS kann Hardware unabhängig auf dem jeweiligen herkömmlichen Betriebssystem ausgeführt werden. Auf das webbasierte Betriebssystem wird mit einem Standard Webbrowser, wie z. B. dem Internet Explorer, zugegriffen. Der Zugriff kann dabei von einem gewöhnlichen Desktop-PC, einem Note- und Netbook sowie einem mobilen Geräte wie z. B. einem Smartphone ausgeführt werden. 4

Google Chrome OS

Google Chrome OS ist ein von Google entwickeltes Betriebssystem, welches auf dem Webbrowser Chrome basiert. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf die Unterstützung von Webanwendungen und einer schlanken Codebasis. Geschwindigkeit, Einfachheit und Sicherheit sind die zentralen Aspekte dieses Betriebssystems.5

VDI und Desktop as a Service (DaaS)

VDI steht für Virtual Desktop Infrastructure und bezeichnet eine Rechenzentrum Infrastruktur in Unternehmen, bei der komplette Desktop-PCs auf Servern gehostet werden und der Zugriff z. B. via Internet und über Browser erfolgen kann.6

Desktop Virtualisierung

Bei der Virtualisierung von Desktop-Computern geht es darum, über einen zentralen Server7 individuell konfigurierte Betriebssystem-Einstellungen für einzelne Benutzer individuell oder standardisiert bereitzustellen. Jeder Desktopbenutzer arbeitet somit in einer eigenen virtuellen Systemumgebung, die sich aus Anwendersicht wie ein unabhängiger, kompletter lokaler Desktop-Computer verhält.8

Vorteile von virtuellen Desktops

  • Möglichkeit Hosts (Server) zentral zu betreiben
  • Hardware kann gemeinsam genutzt werden
  • Kosten Einsparung bei Hardware und Administration
  • Mobilität

Nachteile von virtuellen Desktops

  • Betriebssysteme müssen redundant zur Verfügung gestellt werden
  • Eine optimale, permanente Netzwerkkommunikation muss sichergestellt werden

Fazit

Desktop Virtualisierung vereinfacht wesentliche IT Abläufe im Betrieb und hilft dabei, Kosten zu senken. Die zentrale Bereitstellung von Betriebssystem- und Anwendungssoftware und der Verzicht auf Lauf-Support bringen zahlreiche Einsparungen. Hinzu kommen der Gewinn an Sicherheit und bessere Verfügbarkeiten, die durch stabile, zentrale Zugriffskontrollverfahren sowie die Verlagerung von Daten-Serverzentren erreicht werden. Desktop Virtualisierung bringt enorme Mobilität und große Flexibilität. Smartphones und mobile Geräte, die mit entsprechenden Betriebssystemen ausgestattet sind, können ohne große Aufwände in bestehende Infrastrukturen von Unternehmen eingebunden werden. Virtualisierung im Desktop Bereich, verbesserte Remote Desktop Software sowie Terminalserver und Cloud Desktops werden zunehmen interessanter sowohl für Großunternehmen als auch für Mittelstandsbetriebe.

Thin Clients

Sogenannte Thin-Clients9 reduzieren sowohl die Hardwareanforderungen für Desktop-PCs als auch die Betriebssystem Voraussetzungen. Die Verwaltung der Daten erfolgt dabei auf einem zentralen Server. Web-Browser sind Beispiele für Thin-Clients, die als Schnittstelle direkt auf Anwendungs- und Terminalserver zugreifen.

Zero Clients

Zero Clients sind eine Weiterentwicklung von Thin Clients. Zero Clients sind nochmal schmaler, kleiner als Thin Clients.10

Terminalserver

Ein Terminalserver ist ein Computer, der dazu dient, Nutzern von Arbeitsstationen, sogenannten Terminals und Desktop-PCs eine komplette Arbeitsumgebung zur Verfügung zustellen, ohne dass die genutzten Anwendungen auf den einzelnen PCs installiert sein müssen. Durch den Einsatz von Terminalservern ergeben sich zahlreiche Vorteile, die IT-Infrastrukturen kostengünstiger und sicherere machen. Dem Konzept des Terminalservers folgt eine große Anzahl von Software- und Betriebsystemherstellern. Der wohl bekannteste Hersteller von Betriebssystemen, die Firma Microsoft, stellt Remote-Desktop-Dienste für Terminalserver seit der Betriebssystem-Version Windows 2000 zur Verfügung.11


1 Web-Server haben wiederum ihr eigenes Betriebssystem, meistens Linux oder auch MS-Windows. Kleine Funktionen können bei der Benutzung der Software auf den lokalen PC geladen werden und laufen dort ab, z.B. mit Java-Script
2 vgl. auch 2.5 Software as a Service (SaaS)
3 vgl. Wikipedia: eyeOS, aufgerufen am 25.09.2017
4 vgl. auch PCWelt News Autor Panagiotis Kolokythas: Glide OS 4.0, aufgerufen am 03.03.2017
5 vgl. auch Google Official Blog: Google Chrome OS, aufgerufen am 29.04.2017
6 vgl. auch Wikipedia: Virtuelle Desktop Infrastruktur, aufgerufen am 24.02.2013
vgl. auch Computerwoche: Ratgeber - Virtual-Desktop-Infrastruktur richtig dimensionieren, aufgerufen am 29.04.2013
7 einen sogenannten Host
8 vgl. auch Wikipedia: Desktop Virtualisierung, aufgerufen am 24.02.2017
9 vgl. auch Techannel: Ratgeber: IT-Infrastruktur für Thin Clients, aufgerufen am 29.04.2013
10 vgl. auch Heise: Noch dünner als Thin: Zero Client, aufgerufen am 29.04.2017
11 vgl. auch Wikipedia: Terminalserver, aufgerufen am 27.02.2017

Anregungen, Kritik oder Hinweise nehmen wir gerne an kriterien@softguide.de entgegen. Edit