Software-Tipps

Open Source Softwarelizenzen


Einsatz von Open-Source Softwarelizenzen im Unternehmen
Unterliegt die Software einem Open-Source Lizenzmodell und was ist dabei zu beachten?

Open Source Softwarelizenzen1 unterliegen der Definition des jeweiligen Herstellers und/oder Rechteinhabers. Lassen Sie sich, insofern die Softwarelizenzierung den Charaktereigenschaften von Open Source Softwarelizenzmodellen entspricht, die genaue Auslegung der jeweiligen Nutzungsbedingungen erläutern und darüber hinaus alle Kosten aufstellen, die mit der Nutzung, Installation, Anpassung, Wartung, Support, späteren Updates/Upgrades sowie eventuell anfallenden Migrationen verbunden sind.

Open Source Softwareprodukte erfreuen sich anscheinend immer größerer Beliebtheit im Unternehmensumfeld. Daher möchten wir diese Art der Lizenzierung von Software der Vollständigkeit halber erläutern.

Vorteile

  • Lizenzgebühren können eingespart werden.
  • Begutachtung der Software durch ebenbürtige Entwickler möglich (engl. Peer-Review). Fehler können relativ rasch aufgedeckt und beseitigt werden.
  • Lerneffekt für andere Programmierer, Lösungsweg(e) sind einsehbar.
  • Quellcode wiederverwendbar.
  • Sicherheitslücken werden theoretisch schnell entdeckt.
  • IT-Dienstleister zur Betreuung meist beliebig auswechselbar, weil mehrere Dienstleister sich auf eine bestimmte Open Source Software spezialisiert haben.

Nachteile

  • Open Source Software ist meist unfertig oder nicht so umfassend wie proprietärer Software. Anpassungen häufig erforderlich, um die Software für Geschäftsvorfälle im Unternehmen nutzen zu können.
  • Software selten umfangreich dokumentiert.
  • Rechte an angepasster Software eventuell nur eingeschränkt vorhanden (z.B. Herausgabe eigener Anpassungen im Quellcode erforderlich). Schadensersatzklagen des Urhebers bei falscher Auslegung der eingeräumten Nutzungsrechte möglich.2
  • Kommerzielle Software meist besser betreut und aufbereiteter für den Nutzer.
  • Voraussichtlich Support-Vertrag bzw. IT-Dienstleister für Wartung notwendig.
  • Umfassende Evaluation vor Einsatz im Unternehmen sinnvoll (dies kann von einen externen IT-Dienstleister durchgeführt werden), um die Einsatztauglichkeit der Software ermitteln zu können.
  • Softwareprodukt kann von heute auf morgen eingestellt werden, denn dies ist meist nichts Ungewöhnliches im Open Source Umfeld. Außerdem rechnet sich meist die Software auf Dauer für den Entwickler nicht. Deswegen kann es vorkommen, dass sich der Entwickler nach einiger Zeit dafür entscheidet, die Software kommerziell weiter zu betreiben.
  • Updates oder Änderungen der Software erfolgen meist über einen zufälligen Ablauf (Produktzyklen), welche Änderungswünsche unter den Entwicklern thematisiert werden.

Wägen Sie für Ihr Unternehmen ab, welchen Kosten-Nutzen-Effekt Open Source Softwarelizenzen Ihnen bieten und ob eine langfristige Investitionssicherheit durch den Einsatz solcher Lizenzen tatsächlich gewährleistet ist. Eine Kosten-Nutzen-Analyse sowohl in Bezug auf Ihre individuelle IT-Strategie und existierenden IT-Infrastruktur als auch auf die wirtschaftliche Effizienzsteigerung Ihres Unternehmens ist ratsam.

Fazit

Mit gewonnener Erfahrung im IT-Bereich kann man sagen, dass die Lizenzkosten einer Software im Vergleich nur einen geringen Teil der Gesamtkosten (wie z.B. Wartung) ausmachen. Deswegen bleibt es jedem Unternehmen selbst überlassen, welche Art von Software Sie einsetzen möchten.


1 vgl. auch Institut für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software (ifrOSS), Lizenz-Center Open Source Softwarelizenzen im Überblick, aufgerufen am 05.12.2016
2 Rechtsanwalt Thomas Brehm, BBS Rechtsanwälte Hamburg Open-Source-Software im Unternehmen: Verpflichtung für beide Seiten, aufgerufen am 02.01.2017