Sondermaschinenbau bezeichnet die Entwicklung und Fertigung individuell konstruierter Maschinen, Anlagen und technischer Systeme für spezielle Anforderungen. Im Gegensatz zur Großserien- oder Massenfertigung entstehen häufig kundenspezifische Lösungen in Einzel- oder Kleinserien. Die Projekte reichen von der ersten Anfrage über Konstruktion, Kalkulation und Beschaffung bis hin zu Fertigung, Montage, Inbetriebnahme und Service. Software für den Sondermaschinenbau unterstützt Unternehmen dabei, diese komplexen und projektorientierten Abläufe transparent zu planen und zu steuern. Sie verbindet kaufmännische und technische Prozesse, erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Vertrieb, Konstruktion, Einkauf, Produktion und Projektmanagement und schafft eine verlässliche Grundlage für Termin-, Kosten- und Ressourcenentscheidungen.
Vergleichen Sie in dieser aktuellen Marktübersicht Softwarelösungen für den Sondermaschinenbau. Die Rubrik umfasst unter anderem ERP- und PPS-Systeme, Lösungen für Projektmanagement und Projektcontrolling, Angebotskalkulation und Nachkalkulation, Materialwirtschaft, Einkauf, Produktionsplanung, Fertigungssteuerung und Kapazitätsplanung. Darüber hinaus finden Sie Programme für Stücklistenverwaltung, Variantenmanagement, Dokumentenmanagement, CAD-, PDM- und PLM-Integration sowie für Montage, Inbetriebnahme, Wartung und After-Sales-Service. Die aufgeführten Lösungen eignen sich insbesondere für Unternehmen aus dem Sondermaschinenbau, Anlagenbau, Maschinenbau sowie für projektorientierte Einzel- und Auftragsfertiger.
Im Sondermaschinenbau gleicht kaum ein Auftrag dem anderen. Maschinen und Anlagen werden kundenspezifisch ausgelegt, meist in Losgröße 1, gelegentlich in kleinen Serien. Jeder Auftrag durchläuft den kompletten Weg von der Anfrage über Konstruktion, Beschaffung und Fertigung bis zur Montage und Inbetriebnahme beim Kunden – und wird deshalb sinnvollerweise als eigenes Projekt geführt.
Software für den Sondermaschinenbau verzahnt die kaufmännische Seite (Angebot, Auftrag, Kalkulation) mit der technischen (Stücklisten, CAD- und PDM-Anbindung) sowie mit der Planung von Terminen, Kapazitäten und Material. Vertrieb, Konstruktion, Einkauf, Fertigung und Montage arbeiten so mit denselben Daten, statt Listen per E-Mail hin- und herzuschicken.
Typische Aufgabenbereiche solcher Lösungen sind unter anderem:
Sondermaschinenbauer arbeiten nach dem Prinzip Engineer-to-Order: Konstruiert wird erst, wenn der Auftrag da ist. Bei Auftragsstart stehen viele Details noch gar nicht fest, die Stückliste wächst mit dem Projekt, und Teile mit langen Lieferzeiten müssen bestellt werden, während nebenan noch konstruiert wird. Dazu kommen Änderungswünsche des Kunden, die sich bis in Fertigung und Kalkulation durchschlagen. Eine Software, die auf die Abläufe der Serienfertigung ausgelegt ist, stößt hier schnell an Grenzen. Die Gegenüberstellung zeigt die wichtigsten Unterschiede:
| Merkmal | Serienfertigung | Sondermaschinenbau (Einzelfertigung) |
| Losgröße | Große Stückzahlen identischer Produkte | Losgröße 1 oder Kleinstserien |
| Stückliste | Vor Produktionsstart vollständig definiert | Wächst parallel zur Konstruktion |
| Kalkulation | Standardkalkulation auf Artikelbasis | Vor- und Nachkalkulation je Projekt, mitlaufender Soll-Ist-Vergleich |
| Planung | Wiederholbare Produktionsprogramme | Projektplanung mit Terminen, Ressourcen und Kapazitäten je Auftrag |
| Beschaffung | Bedarfe aus der Absatzplanung | Projektbezogen, Langläufer oft vor Konstruktionsfreigabe |
| Änderungen | Selten, langfristig geplant | Laufende Änderungsaufträge mit Folgen für Kosten und Termine |
Die einzelnen Phasen eines Maschinenbauprojekts greifen eng ineinander. Eine Branchensoftware begleitet den gesamten Durchlauf und reicht die Daten von Phase zu Phase weiter.
Typische Anwender sind Sondermaschinenbauer, Hersteller von Automatisierungs- und Montageanlagen, Vorrichtungs- und Prüfstandsbauer sowie Anlagenbauer mit kundenspezifischer Einzelfertigung. Auch Betriebe, die neben ihrem Seriengeschäft regelmäßig Sonderlösungen projektieren, greifen auf solche Lösungen zurück.
Verbreitet ist die Software vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen – vom Betrieb mit einigen Dutzend Mitarbeitern bis zum Mittelständler mit mehreren hundert Beschäftigten. Mit dem System arbeiten in der Regel mehrere Abteilungen zugleich:
Welche Module im Einzelnen zum Einsatz kommen, hängt vom Zuschnitt des Unternehmens ab: Ein Prüfstandsbauer ohne eigene Serviceorganisation setzt andere Schwerpunkte als ein Anlagenbauer, der seine Maschinen über Jahre hinweg wartet.