Software-Tipps

GIS, Geomarketing


Typische Funktionen und Tipps zur Auswahl von Software für GIS, Geomarketing und Geotargeting

Was ist ein GIS (Geoinformationssystem)?

Die wesentlichen Funktionen eines GIS (Geoinformationssystem) bestehen in der Erfassung, Verarbeitung, Modellierung, Analyse und der Präsentation von raumbezogenen Informationen. Über die Verknüpfung von verschiedenen räumlichen Informationen mit weiteren Daten z.B. aus der Forschung lassen sich die unterschiedlichsten Strukturanalysen erstellen und graphisch präsentieren..

Was ist Geomarketing?

Das Geomarketing verknüpft geografische Informationen aus einem GIS mit Marktdaten und unternehmensinternen Daten wie Absatzdaten, Kundendaten, Außendienstmitarbeiter etc.. Diese verknüpften Daten werden ausgewertet und bieten so eine Grundlage für die Unternehmensplanung. Geomarketing wird u.a. bei der Zielgruppenanalyse, der Vertriebsoptimierung oder der Standortplanung eingesetzt.

Was ist Geotargeting?

Das Geotargeting ist eine standortbezogene Funktion für bestimmte Services und Werbung. Sie wird u.a. durch die Nutzung von IP-Adressen oder GPS-Daten ermöglicht. Über diese Form der Geolocation oder location-based Services werden Nutzer durch Werbung mit lokalem Bezug angesprochen (Restaurants oder Geschäfte in der Nähe etc.). Die Darstellung der unterschiedlichen Inhalte erfolgt dann meist automatisiert aufgrund der Position des jeweiligen Nutzers.

Beachten Sie bitte auch die aktuelle Marktübersicht der Softwarelösungen und Erklärungen zum Thema Geographische Informationssysteme (GIS)


Typische Funktionen von Software für GIS, Geomarketing, Geotargeting:

  • Benutzerverwaltung mit umfangreichem Rechte- und Rollenkonzept
  • responsive Design
  • Customizing Funktionen
  • Datenimport (z.B. *.xlsx, *.txt, *.mdb, *.csv)
  • Straßengenauer Import von Kunden und Standorten (Geokodieren)
  • IP-Geocoder
  • Landkarten-Editor
  • Umfassende Kartennavigation
  • Einbindung mehrerer und individueller Basiskarten
  • Räumliche Selektion
  • Erstellung von Einzugsgebieten
  • Klassifizierung, Beschriftung, Filtern von Daten
  • Legenden
  • Heatmaps und Dichtekarten
  • Geometrien anlegen und editieren
  • Exportfunktionen (Tabellen, Grafiken, HTML, Präsentationen, PDF, Drucken)
  • Anbindung von Sachdaten aus Excel-Tabellen
  • Kartendruck
  • Kartendarstellung (Raster- oder als Vektordaten/ Geometrien)
  • Dokumente mit Karten, Diagrammen und Listen individuell erstellen
  • Routen- und Isochronen-Berechnung
  • Distanzmatrizen
  • Reverse Geokodierung
  • Mehrsprachenfähigkeit
  • Reportingfunktionen und komplexe Suchabfrageoptionen
  • Reports per E-Mail und Download
  • Schnittstellen zu CRM- und ERP-Systemen
  • lokales Geotargeting für D A CH
  • Erzeugung kontextsensitiver Werbebanner
  • Erzeugung themenbezogener Links
  • Click- und Viewtracking über eigenes Tracking
  • behavioral Targeting
  • Datenanalyse und -visualisierung auf digitalen Landkarten
  • PLZ-, Straßengenaue Abbildung der Kundenverteilung
  • Darstellungsarten wie Clustering, Piktogramme etc.
  • Gridlayer zur Auswertung feinräumiger Daten
  • Datenverknüpfung und Modellierung verschiedener räumlicher Daten
  • Berechnungen (Filtern, Selektieren, Entfernungen, Gebiete, Trends...)
  • Statistische Datenauswertungen
  • Daten, Kartenlayer, Analysen und Gebiete automatisch aktualisieren
  • Layoutgenerator für HTML-Seiten, Arbeitsblätter, Druck und Lesezeichen

Weitere spezifische Kriterien und Frage-Anregungen für die Beurteilung von Software für GIS, Geomarketing, Geotargeting:

  • Führen Sie vor der Softwareentscheidung eine gründliche Marktrecherche der potentiell geeigneten Lösungen durch. Unser Tipp: Greifen Sie dabei völlig unverbindlich auf unseren kostenfreien Recherche-Service zurück. Es werden Fragen erarbeitet, weite Teile der Ausschreibung übernommen, potentielle Lösungen strukturiert darstellt und die Kommunikation mit den Anbietern dokumentiert!
  • Klären Sie, ob sich das Kartenlayout für Präsentationen und Vorträge eignet und ob Sie die Karten und Daten auch in Webanwendungen bereitstellen können.
  • Klären Sie, welche Karten- und Datenbasis die Software umfasst (z.B. postalische, administrative und topografische Karten für D-A-CH). Wie detailliert sind die Karten? Ist die Basis bis auf Straßenabschnittsebene verfügbar?
  • Prüfen Sie die Performance der Anwendung. Wie schnell bauen sich die Karten auf?
  • Fragen Sie nach der Erweiterbarkeit der Anwendung durch weitere Kartengrundlagen wie beispielsweise zusätzliche Länder, branchenspezifische Gebiete oder GfK Daten wie Einwohner-, Haushalts- und Kaufkraftdaten etc..
  • Prüfen Sie die technischen Anforderungen der Software. Läuft die Software beispielsweise nur auf MAC-Rechnern oder auf Windows-Rechnern oder benötigen Sie ein Linux basiertes System? Beachten sollte man auch, dass Hardware-Aufrüstungen in Unternehmen neben den reinen Hardwarekosten auch Folgekosten wie z.B. Dokumentationsänderungen, Inkompatibilitäten bereits auf der Hardware laufender Software, evtl. Schulungsaufwand oder Administrationsaufwand nach sich ziehen kann.1
  • Klären Sie, welche Softwaredokumentationen bzw. Schulungsmöglichkeiten zur Verfügung (Handbuch, Forum, Online-Hilfe, FAQ, Support, ..) stehen?
  • Können Sie über die Software Ihre Vertriebsgebietsplanung realisieren? Lassen sich z.B. Gebiete oder Teilregionen automatisch planen und optimieren und optimale Standorte pro Gebiet bestimmen usw..
  • Fragen Sie, ob Sie Ihre Unternehmensdaten wie beispielsweise Kunden nach Umsatzstärke, Vertreterzuordnung etc. per Drag & Drop in eine Karte ziehen können.
  • Fragen Sie, ob das Targeting auch ohne Cookies setzen funktioniert. Geomarketing ohne Cookiesetzung ist weniger problematisch in Bezug auf den Datenschutz.
  • Umfasst die Software ein Location-Based-Targeting? Können Sie die Werbemittel auf den jeweiligen Geofence anpassen?
  • Umfasst die Geomarketing Software ein Predictive Behavioural Targeting? Achten Sie bei dieser Funktion auch auf die Datenschutzkonformität.
  • Klären Sie, welche Daten- und Serviceprovider eingebunden werden können bzw. ob die Ihnen bereits zur Verfügung stehenden Daten eingelesen werden können.
  • Lassen Sie sich das Reporting Tool demonstrieren und prüfen Sie, ob sich damit sowohl individuelle als auch standardisierte Berichte mit Karten und Tabellen erstellen lassen. Fragen Sie zudem, ob Sie diese Berichte beispielsweise auch automatisiert versenden können.
  • Lassen sich häufig wiederkehrende Fragestellungen und Auswertungen als Templates Abspeichern, so dass Sie schnell wiederaufgerufen werden können? Gibt es für umfangreiche und komplexere Analysen eine Art Abfragen-Generator?
  • Gibt es Funktionen zum Data Mining?
  • Prüfen Sie bitte, ob die eingesetzten Verfahren die neuen Richtlinien zur EU-DSGVO und BDSG dem erfüllen, weil sonst u.U. Bußgelder, Abmahnugen und damit ein hoher Verwaltungsaufwand droht.

1 vgl. auch 2.2 Technische Anforderungen der Software