Der Begriff „Stoffstrombilanz“ bezeichnet im landwirtschaftlichen Kontext die systematische Erfassung und Gegenüberstellung der einem Betrieb zugeführten und vom Betrieb abgegebenen Nährstoffmengen, insbesondere von Stickstoff (N) und Phosphor (P). Ziel ist es, Nährstoffflüsse transparent zu machen, Bilanzsalden zu ermitteln und damit eine Grundlage für betriebliche Steuerung, Dokumentation und Umweltbewertung zu schaffen. In Deutschland war die Stoffstrombilanz zudem bis zum 8. Juli 2025 durch die Stoffstrombilanzverordnung geregelt; als Fachbegriff und Softwaremodul ist sie weiterhin relevant.
Aus den fachlichen Anforderungen und den in der Praxis angebotenen Modulen ergeben sich insbesondere folgende typische Softwarefunktionen:
Erfassung von Nährstoffzufuhren: Dokumentation eingehender Stoffströme wie Futtermittel, Düngemittel, Saatgut, zugekaufte Tiere oder organische Dünger.
Erfassung von Nährstoffabgaben: Abbildung abgegebener Stoffströme wie pflanzliche und tierische Erzeugnisse, abgegebene Wirtschaftsdünger oder sonstige Nährstoffträger.
Automatische Bilanzberechnung: Berechnung von Zu- und Abfuhren sowie Ermittlung des Bilanzsaldos für Stickstoff und Phosphor.
Verknüpfung mit Düngeplanung und Ackerschlagkartei: Verbindung der Stoffstrombilanz mit Düngebedarfsermittlung, Düngeplanung und schlagbezogener Dokumentation.
Verwaltung von Lieferscheinen, Analysen und Nachweisen: Ablage und Zuordnung von Belegen, Verträgen, Laborwerten und weiteren Dokumentationsunterlagen.
Datenimporte und Schnittstellen: Import von Fremddaten sowie Übertragung an behördliche oder landesspezifische Schnittstellen.
Berichte und Auswertungen: Erstellung von Übersichten, Jahresauswertungen und dokumentationsfähigen Reports für Betrieb, Beratung oder Prüfung.
Mandanten- und Mehrbetriebsfähigkeit: Unterstützung bei der Bearbeitung mehrerer Betriebe, etwa in Beratung, Kooperationen oder Unternehmensgruppen.
Ein Milchviehbetrieb bilanziert die Zufuhren aus Futtermitteln, Mineraldünger und Tierzukäufen sowie die Abgaben über Milch, Tiere und abgegebene Wirtschaftsdünger.
Ein Ackerbaubetrieb erfasst Mineraldünger, Saatgut und aufgenommene organische Dünger und stellt diese den abgefahrenen Erntemengen gegenüber.
Ein Biogasbetrieb erstellt In- und Outputbilanzen, um Nährstoffströme im Rahmen von Genehmigungs- oder Änderungsverfahren nachvollziehbar zu dokumentieren.
Ein landwirtschaftlicher Beratungsdienst nutzt eine Software, um Stoffstrombilanzen für mehrere Mandantenbetriebe einheitlich zu berechnen und auszuwerten.
Ein Betrieb verwendet die Auswertungen der Stoffstrombilanz, um Nährstoffüberschüsse frühzeitig zu erkennen und Düngungs- oder Fütterungsstrategien anzupassen.