Software-Tipps

Software für OEE, Gesamtanlageneffektivität


Typische Funktionen und Tipps zur Auswahl von Software für OEE

OEE (Overall Equipment Effectiveness) / Gesamtanlageneffektivität (GAE)

Die OEE bzw. Gesamtanlageneffektivität ist eine Leistungskennzahl und setzt sich als Produkt aus drei Faktoren zusammen, dem Verfügbarkeitsfaktor, dem Leistungsfaktor und dem Qualitätsfaktor. Die Berechnung der OEE ist vor allem in einer hauptsächlich maschinell geprägten Produktion interessant. Die OEE wird als Prozentzahl ausgedrückt. Je höher diese Prozentzahl ist, desto effektiver ist der Produktionsprozess. Ziel der OEE Bestimmung ist eine Null-Fehler-Fertigung zu erreichen und die Ursachen von Verlusten zu erkennen und zu beheben. Der OEE Wert soll nicht dazu dienen, Prozentzahlen zwischen zwei Werksstandorten zu vergleichen, denn 80% an einem Standort können ebenso gut sein, wie 90% an einem anderen Standort. Der Wert muss also individuell auf ein Unternehmen oder einen Standort zugeschnitten sein. Allgemein gilt jedoch ein Wert kleiner als 65% als ein deutliches Warnsignal für die Produktionsanlage. Oftmals bietet es sich an, die OEE-Ergebnisse mit einem Ishikawa-Diagramm zu kombinieren.

Beachten Sie bitte auch die aktuelle Marktübersicht der Softwarelösungen und Erklärungen zum Thema OEE, Gesamtanlageneffektivität

Begriffserläuterungen

MTBF (Mean Time Between Failure), MTTR (Mean Time To Repair), MTTF (Mean Time To Failure) and FIT (Failure In Time)

MTBF ist die mittlere Betriebsdauer zwischen zwei Ausfällen und ist ein Maß für die Zuverlässigkeit von Anlagen, Geräten oder Baugruppen. MTTR ist die mittlere Reparaturzeit nach einem Ausfall des Systems. MTTF ist die mittlere Lebensdauer bzw. die mittlere Betriebsdauer bis zum Ausfall. FIT bezeichnet die Ausfälle pro Zeit, wobei die Ausfallrate bezogen auf Ausfälle je 109 Stunden.

Andon-Board

Eine Andon-Tafel bzw. ein Andon-Board ist eine Anzeige, die den aktuellen Status der Produktion oder der Fertigungslinie wiedergibt. Ergibt sich eine Störung kann diese meist direkt an das Andon-Board übermittelt werden. Auf diese Weise ist für alle Mitarbeiter, aber auch für Vorarbeiter der aktuelle Status ständig ersichtlich.

Ishikawa Diagramm

Ein Ishikawa Diagramm ist ein Ursache-Wirkungsdiagramm bzw. ein Problemlösungsverfahren, das dazu dient, mögliche Ursachen für ein Problem zu erfassen. Im Ishikawa Diagramm, das auch als Fischgrätendiagramm bezeichnet wird, werden Ideen zu Ursachen gesammelt und die Beziehungen zwischen den einzelnen Ursachen dargestellt.

TEEP

TEEP steht für Total Effective Equipment Performance (Totale effektive Anlagenproduktivität). Diese Kennzahl ist ein Maß für die Produktionskapazität. Sie wird als Faktor aus Gesamtverfügbarkeitszeit und Gesamtanlageneffektivität errechnet.


Typische Funktionen von OEE Software:

  • Zieldefinition
  • Zielmanagement
  • Stammdatenverwaltung
  • Stammdatenkataloge
  • Standarderfassungsbelege
  • Checklisten
  • Grafische Visualisierung mit Verlustursachen
  • Stillstandserkennung und Begründung
  • Erfassung mehrerer Gründe nacheinander in einer Periode
  • Grafische Stillstands-Paretoanalyse (Art, Dauer und Häufigkeit)
  • Ausschussanalysen
  • Fertigungsauftragsverwaltung
  • Laufende Ermittlung der Anlagenproduktivität (OEE/TEEP)
  • OEE Dashboard
  • Berechnung der OEE unterschiedlicher Produkte auf einer Anlage
  • Analyse der Bearbeitungszeiten (Trend, Häufigkeitsverteilung, Best Demonstrated Practice)
  • Automatische Soll-Rüsterkennung
  • Automatische Pausen-Erkennung
  • MTBF, MTTR, MTBM Trend
  • Automatischer Schichtwechsel
  • Aufzeichnung der Schichtverläufe und Produktionsberichte
  • Leistungsvergleich Maschinen und Maschinengruppen (Benchmark)
  • Maschinen-Zustandsübersicht
  • Korrelationsanalysen
  • Andon Board (visuelle Kontroll-Einrichtung des Produktionsstatus)
  • manuelle Erfassungsmöglichkeit
  • Mengenerfassung über Anlagen-Impuls
  • Störungsprotokoll
  • graphische Darstellung von Störungen
  • graphische Darstellung der Werksübersicht
  • Serverprogramm für die Prozessschnittstelle
  • SQL Datenbank
  • integrierte Fernwartung
  • Benutzerverwaltung mit umfangreichem Rechte- und Rollenkonzept
  • Integrierte Funktion zur Datensicherung
  • Mehrplatzfähig, Netzwerkfähig
  • Eskalationsmanagement

Weitere spezifische Kriterien und Frage-Anregungen für die Beurteilung von OEE Software:

  • Führen Sie vor der Softwareentscheidung eine gründliche Marktrecherche der potentiell geeigneten Lösungen durch. Unser Tipp: Greifen Sie dabei völlig unverbindlich auf unseren kostenfreien Recherche-Service zurück. Es werden Fragen erarbeitet, weite Teile der Ausschreibung übernommen, potentielle Lösungen strukturiert darstellt und die Kommunikation mit den Anbietern dokumentiert!
  • Fragen Sie, ob die Softwarelösung nicht nur in der Lage ist, Daten von verschiedenen Geräten und Anlagen zu sammeln, sondern auch ggfs. Daten zu diesen zurückzusenden. Ebenfalls interessant ist, ob es Schnittstellen zur CMMS bzw. Instandhaltung und zu evtl. vorhandenen BDE bzw. MDE -Systemen gibt.
  • Prüfen sie ggf. ob Schnittstellen zum ERP oder zu Business Intelligence vorhanden sind.
  • Wie soll die Datenerfassung erfolgen? Können Ihre Maschinen bzw. Anlagen, direkt Daten an die Software übergeben oder wollen bzw. müssen Sie die Maschinendaten manuell erfassen? Eine Echtzeit-Daten-Erfassung und Analyse sollte bei neueren Maschinen kein Problem darstellen, könnte aber bei älteren Geräten und fehlenden SPS-Schnittstellen schwierig werden.
  • Fragen Sie nach, ob die Softwareanbieter bereits Erfahrungen und Expertise in ähnlichen Bereichen bzw. vergleichbaren Projekten aufweisen können. Wenn die Software bereits in ähnlichen Bereichen eingesetzt wurde, ist die Implementierung meist einfacher und schneller umzusetzen.
  • Überlegen Sie auf welchem Level Sie OEE Reports benötigen? Benötigen Sie diese für einzelne Maschinen, für einen Gerätebereich, für eine komplette Anlage oder für ihr ganzes Unternehmen mit mehreren Anlagen? Kann die Softwarelösung diese unterschiedlichen Level abbilden?
  • Prüfen Sie das Reporting. Lassen sich die Kennzahlen transparent und nachvollziehbar darstellen, so dass Sie möglichst gezielte Verbesserungsmaßnahmen daraus ableiten können?
  • Können bestimmte Verlustarten in den Stammdaten hinterlegt werden? Wie sind die Verlustkataloge aufgebaut? Ein hierarchischer Aufbau ermöglicht in der Regel eine Abbildung mehrstufiger Verlustgruppen.
  • Gibt es eine Drill-Down-Funktion, die eine Ursachenanalyse von Verlusten und daraus folgend einen Aufschluss über die Gründe für die Verluste ermöglicht?
  • Wie sind die Konfigurierungsmöglichkeiten (Customizing) der Software? Eine Anpassung der Software an die Anlagen ist in der Regel unumgänglich, da die fertige Softwarelösung meist nicht zu 100% mit den vorhandenen Anlagen oder Geräten übereinstimmt. Kann beispielsweise das DAshboard erweitert werden oder können die Analysen Ihren Erfordernissen angepasst werden?
  • Können Maßnahmen direkt in der Auswertung angelegt und mit Kennzahlen verknüpfen werden? Lassen sich beispielsweise auch To-Do-Listen legen und über eine Benutzerverwaltung bestimmten Benutzern zuweisen?
  • Zur Beurteilung der Software-Ergonomie (Usability) sollte man bei einer unbekannten Software berücksichtigen, dass sich die Effizienz der Interaktion mit der Software oft erst nach einer längeren Einarbeitungszeit beurteilen lässt. Nach einer Gewöhnungsphase kann man die Software in der Regel wesentlich schneller bedienen. Prüfen Sie, ob die Software leicht erlernbar und bedienbar ist und sich die Bedienoberfläche vom Benutzer anpassen lasst.1
  • Gibt es Online-Unterstützung für das Tool wie z.B. Hilfe- und Schulungsfunktionen oder Tutorials?

1 vgl. auch 3.1 Bedienbarkeit / Software-Ergonomie