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Tipps zur Auswahl von IT Asset Management Software


Typische Funktionen und Tipps zur Auswahl von IT Asset Management (ITAM) Software

IT Asset Management Software: Funktionen, Vorteile und Auswahlkriterien für Unternehmen

IT Asset Management, kurz ITAM, bezeichnet die strukturierte Verwaltung aller IT-Ressourcen eines Unternehmens über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Dazu gehören unter anderem Hardware, Software, Lizenzen, Verträge, mobile Endgeräte, SaaS-Anwendungen und Cloud-Ressourcen. Ziel ist es, Transparenz über Bestand, Nutzung, Kosten, Risiken und Erneuerungsbedarf zu schaffen. Ihre bestehende SoftGuide-Seite greift bereits zentrale Aspekte wie Lifecycle Management, Lizenzverwaltung, Vertragsmanagement und automatisiertes Asset-Scanning auf; diese Inhalte lassen sich sinnvoll um strategische Auswahl- und Entscheidungskriterien ergänzen.

Was ist IT Asset Management (ITAM)?

IT Asset Management ist weit mehr als eine reine Inventarisierung von Geräten und Software. ITAM umfasst Prozesse und Werkzeuge, mit denen Unternehmen ihre IT-Assets von der Planung und Beschaffung über Bereitstellung, Nutzung und Wartung bis hin zur Ausmusterung steuern. Ein wirksames ITAM schafft eine belastbare Datenbasis für operative und strategische Entscheidungen, etwa für Beschaffung, Budgetplanung, Lizenzmanagement, Audit-Vorbereitung und Standardisierung. Die internationale Norm ISO/IEC 19770-1 beschreibt ITAM als Managementsystem, das für alle Arten von IT-Assets sowie für Organisationen jeder Größe geeignet ist.

Beachten Sie bitte auch die aktuelle Marktübersicht der Softwarelösungen und Erklärungen zum Thema IT-Asset-Management

Welche IT-Assets werden im ITAM verwaltet?

Zum ITAM gehören sämtliche für den Geschäftsbetrieb relevanten IT-Ressourcen. Dazu zählen klassische Hardware wie Notebooks, Server, Monitore, Netzwerkkomponenten und Drucker ebenso wie Software, Betriebssysteme, Lizenzen, Cloud-Services, virtuelle Ressourcen und digitale Rechte. Moderne ITAM-Lösungen betrachten diese Bestände nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit Kosten, Nutzung, Verträgen, Garantien und Compliance-Anforderungen.

Für wen ist IT Asset Management geeignet?

ITAM ist für Unternehmen jeder Größe relevant, sobald IT-Ressourcen systematisch geplant, beschafft, betrieben und erneuert werden müssen. Besonders groß ist der Nutzen in Unternehmen mit mehreren Standorten, hybriden Arbeitsmodellen, vielen mobilen Geräten, komplexen Lizenzstrukturen oder wachsendem SaaS- und Cloud-Einsatz. Auch öffentliche Einrichtungen und Organisationen mit erhöhten Compliance- oder Dokumentationsanforderungen profitieren von einem strukturierten IT Asset Management. Die ISO-Norm hebt ausdrücklich hervor, dass ITAM von Organisationen aller Größen und für alle IT-Asset-Typen eingesetzt werden kann.

Wo wird ITAM im Unternehmen eingesetzt?

IT Asset Management ist keine isolierte Aufgabe der IT-Abteilung. In der Praxis arbeiten IT, Einkauf, Finance, Controlling, Service Desk, Informationssicherheit und Fachbereiche eng zusammen. ITAM liefert die Grundlage, um Beschaffungen besser zu planen, Bestände aktuell zu halten, Support-Prozesse zu beschleunigen, Lizenzrisiken zu senken und den Austausch von Geräten oder Softwareversionen rechtzeitig vorzubereiten. NIST beschreibt ITAM als Ansatz, der physische und virtuelle Assets zusammenführt und so ein vollständigeres Bild über Bestand, Nutzung und potenzielle Sicherheitsrisiken ermöglicht.

Vorteile von IT Asset Management Software

    Mehr Transparenz über alle IT-Assets

    Unternehmen sehen auf einen Blick, welche Assets vorhanden sind, wo sie eingesetzt werden, wie sie genutzt werden und welche Kosten oder Verpflichtungen damit verbunden sind.

    Weniger manueller Verwaltungsaufwand

    Die zentrale Erfassung und Verwaltung reduziert den Aufwand für manuelle Bestandsführung und erleichtert operative Entscheidungen.

    Zentrale und verlässliche Datenbasis

    IT, Management und kaufmännische Bereiche greifen auf eine gemeinsame Informationsgrundlage zu.

    Bessere Kostenkontrolle

    Ungenutzte Lizenzen, doppelte Beschaffungen und unnötige Ausgaben lassen sich leichter erkennen und vermeiden.

    Fundiertere Investitionsplanung

    Vertragsfristen, Nutzungsdauer und Erneuerungszyklen bleiben im Blick, sodass Investitionen besser geplant werden können.

    Effizientere Nutzung von Ressourcen

    Hardware, Software und Cloud-Ressourcen können bedarfsgerechter eingesetzt und optimiert werden.

    Mehr Compliance und geringeres Risiko

    Lizenzstände, Laufzeiten, Garantien, Verträge und Lifecycle-Daten werden nachvollziehbar dokumentiert und Audit-Anforderungen besser erfüllt.

    Bessere Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen

    Durch die Verknüpfung von Asset-Daten mit Service- und Support-Prozessen lassen sich Störungen, Austauschprozesse, Onboarding, Offboarding und Rollouts besser steuern.

    Höhere Planbarkeit und Reaktionsgeschwindigkeit

    Prozesse werden transparenter, Daten aktueller und Abläufe insgesamt besser steuerbar.

Nachteile und Herausforderungen bei der Einführung von ITAM

Hohe Anforderungen an die Datenqualität

Unvollständige, uneinheitliche oder veraltete Bestandsdaten beeinträchtigen die Aussagekraft von Reports und Auswertungen.

Aufwendige Datenzusammenführung

In gewachsenen IT-Landschaften mit mehreren Standorten, unterschiedlichen Beschaffungswegen und vielen SaaS-Tools ist die Konsolidierung der Daten oft anspruchsvoll.

ITAM ist kein reines Softwareprojekt

Der Erfolg hängt nicht allein vom Tool ab, sondern auch von klaren Prozessen, Zuständigkeiten und abgestimmten Schnittstellen.

Organisatorische Verankerung ist notwendig

Ohne die Einbindung von IT, Einkauf, Finance und Service Management bleibt das Potenzial der Lösung häufig ungenutzt.

Einführung benötigt Zeit und Ressourcen

Discovery, Datenmigration, Rollenmodelle, Integrationen und Schulungen verursachen zusätzlichen Aufwand.

Gefahr einer zu komplexen Einführung

Wer zu viele Ziele gleichzeitig verfolgt, erhöht die Komplexität und erschwert eine erfolgreiche Umsetzung.

Schrittweises Vorgehen ist oft sinnvoll

In vielen Fällen ist es besser, zunächst mit klar definierten Kernprozessen zu starten und den Funktionsumfang später auszubauen.

ITAM, ITSM und CMDB: Wo liegen die Unterschiede?

ITAM wird häufig mit IT Service Management und CMDB verwechselt. Der Unterschied ist wichtig: ITAM konzentriert sich auf die wirtschaftliche, organisatorische und lifecycle-bezogene Steuerung von IT-Assets. ITSM beschäftigt sich mit der Bereitstellung und Qualität von IT-Services. Eine CMDB wiederum bildet Konfigurationen und Beziehungen zwischen Komponenten ab. In der Praxis ergänzen sich diese Disziplinen. Deshalb sollte bei der Auswahl einer ITAM-Lösung immer geprüft werden, wie gut sie sich mit ITSM-Prozessen und einer bestehenden CMDB verbinden lässt.

So finden Unternehmen die passende ITAM Software

Der Auswahlprozess sollte immer bei den eigenen Zielen beginnen. Unternehmen sollten zunächst festlegen, welche Probleme gelöst werden sollen: bessere Inventarisierung, höhere Lizenzsicherheit, mehr Transparenz über SaaS und Cloud, sauberere Verträge, bessere Audit-Fähigkeit oder eine belastbare Investitionsplanung. Erst danach sollte geprüft werden, welche Lösungen funktional und organisatorisch wirklich passen. IBM empfiehlt ausdrücklich, Zweck, Zielbild und die Einbindung relevanter IT-Bereiche vor der Tool-Auswahl festzulegen.

Im nächsten Schritt sollte der fachliche Umfang definiert werden. Benötigen Sie nur eine Lösung für Hardware-Inventarisierung oder soll die Software auch Softwarelizenzen, Verträge, mobile Geräte, SaaS-Anwendungen und Cloud-Kosten abdecken? Gerade in hybriden IT-Landschaften ist es sinnvoll, von Anfang an zu klären, welche Asset-Arten heute und künftig im System geführt werden sollen.

Besonders wichtig sind Datenqualität und Automatisierung. Eine gute ITAM-Software sollte neue Assets möglichst automatisch erkennen, Bestände aktualisieren und wichtige Informationen wie Lizenzstatus, Verträge, Versionsstände und Lifecycle-Daten zentral abbilden. Manuelle Excel-Listen stoßen schnell an Grenzen, sobald die IT-Landschaft wächst oder mehrere Standorte und Cloud-Dienste ins Spiel kommen.

Unternehmen sollten außerdem früh auf Schnittstellen achten. Eine ITAM-Lösung entfaltet ihren größten Nutzen dann, wenn sie mit bestehenden Systemen für Service Desk, ITSM, Active Directory, Beschaffung, CMDB, MDM oder Finance zusammenarbeitet. Nur so entstehen durchgängige Prozesse statt neuer Datensilos.

Ebenso relevant sind Wirtschaftlichkeit und Betriebsmodell. Neben Lizenz- oder Subskriptionskosten sollten auch Einführungsaufwand, Schulungsbedarf, Support, Skalierbarkeit und spätere Erweiterungsmöglichkeiten bewertet werden. IBM nennt hier insbesondere Kosten, technischen Support, Reviews und Testphasen als zentrale Auswahlfaktoren.

Sinnvoll ist schließlich ein Pilot mit echten Daten. Ein Proof of Concept zeigt schnell, ob Discovery, Reporting, Lizenzübersicht, Rollenmodell und Integrationen im eigenen Umfeld tatsächlich funktionieren. So können Unternehmen Risiken in der Auswahl reduzieren und die spätere Einführung besser planen.


Typische Funktionen von IT Asset Management Software:


Weitere spezifische Kriterien und Frage-Anregungen für die Beurteilung von IT Asset Management Software:

  • Führen Sie vor der Softwareentscheidung eine gründliche Marktrecherche der potentiell geeigneten Lösungen durch. Unser Tipp: Greifen Sie dabei völlig unverbindlich auf unseren kostenfreien Recherche-Service zurück. Es werden weite Teile der Ausschreibung übernommen, potentielle Lösungen strukturiert darstellt und die Kommunikation mit den Anbietern dokumentiert!
  • Fragen Sie nach, ob die Lösung ein Model “Application Metering”1 umfasst. Damit können Sie feststellen, wann eine bestimmte Softwareanwendung zum letzten Mal geöffnet, wie häufig sie benutzt wurde und an welchen Arbeitsplätzen sie beispielsweise gar nicht zum Einsatz kam. Dies kann zu deutlichen Einsparungen an Lizenzkosten führen.
  • Fragen Sie nach, ob die Angaben zum Inventar verschiedene Abbildungen ermöglichen. Können beispielsweise Details pro Abteilung, Projektgruppen oder verschiedene Unternehmensstandorte angezeigt werden? Lassen sich die Berichte für einzelne PCs, eine Abteilung etc. anzeigen?
  • Klären Sie, ob sich Informationen zu Smartphones oder Tablets auch manuell ergänzen können. Diese Information ist insbesondere im Zusammenhang mit dem sich weiter verbreitenden Bring-Your-Own-Device interessant.
  • Fragen Sie, ob die Lösung eine Betriebssystem übergreifende Unterstützung von Windows- und Linux-Systemen ebenso umfasst wie die Unterstützung mobile Gerätesysteme (iOs, Android, etc.). Sie müssen sicherstellen, dass auch alle im Einsatz befindlichen Assets erfasst und betreut werden können.
  • Fragen Sie, ob die ausgewählte Lösung auch ein Cloud Management umfasst. Softwarelösungen werden heutzutage immer häufiger in die Cloud verlagert, so dass auch diese Option berücksichtigt werden sollte.
  • Erkundigen sich sich, ob die Software auch integrierte Prüfungsmechanismen und Erinnerungsfunktionen umfasst. Dies hilft inkonsistente Datenbestände, falsche Eingaben und Buchungsfehler zu vermeiden.
  • Klären Sie, welche Softwaredokumentationen bzw. Schulungsmöglichkeiten zur Verfügung (Handbuch, Forum, Online-Hilfe, FAQ, Support, ..) stehen?
  • IT-Compliance2 bezeichnet die Einhaltung der gesetzlichen, unternehmensinternen und vertraglichen Regelungen in der IT. Vor allem die Informationssicherheit, Verfügbarkeit, Datenaufbewahrung und der Datenschutz sollten dabei gewährleistet sein. Prüfen Sie, ob die Compliance-Bestimmungen durch die Software eingehalten werden und ob sich die Compliance-Bestimmungen mit der Software flexibel verwalten lassen. Compliance-Bestimmungen regeln z.B. unterschiedliche Zugriffsrechte auf die Mitarbeiterdaten bei einer Personalsoftware. 3

1 Ein Verfahren zur Überwachung der Nutzung einer Softwareanwendung. s. auchGlossar - Symantec: application-metering
2 Compliance kann wörtlich mit Regeltreue, Regelverfolgung, Einhaltung, Befolgung oder Erfüllung übersetzt werden.
3 vgl. auch 2.3.3 IT-Compliance
Abkürzungen:
IT: Informationstechnologie